Royal Caribbean senkt Jahresprognose wegen steigender Treibstoffkosten
Trotz besser als erwartetem Quartalsgewinn belastet der Iran-Krieg den Kreuzfahrtriesen mit höheren Energiekosten.

Royal Caribbean hat am Donnerstag seine Jahresgewinnprognose gesenkt. Grund sind steigende Treibstoffkosten im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg, die den weltgrößten Kreuzfahrtbetreiber zunehmend belasten. Gleichzeitig meldete das Unternehmen einen Quartalsgewinn, der die Erwartungen der Analysten deutlich übertraf.
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag im ersten Quartal bei 3,60 US-Dollar und übertraf damit die Analystenprognose von 3,19 US-Dollar deutlich. Höhere Ticketpreise trieben das Ergebnis nach oben. Der Quartalsumsatz belief sich auf 4,45 Milliarden US-Dollar und entsprach damit weitgehend den Schätzungen der Analysten laut Daten von LSEG.
Trotz der gesenkten Jahresprognose reagierten die Märkte positiv: Die Aktien von Royal Caribbean stiegen um 6 %. Auch die Konkurrenten profitierten – Carnival Corp legte rund 4 % zu, Norwegian Cruise Line Holdings etwa 3 %.
Treibstoffkosten belasten die Jahresprognose erheblich
Die Treibstoffkosten auf Basis aktueller Marktpreise, abzüglich Absicherungsgeschäften, werden voraussichtlich rund 1,3 Milliarden US-Dollar höher ausfallen als die ursprüngliche Ganzjahresprognose von etwa 1,17 Milliarden US-Dollar. Kreuzfahrtbetreiber sind stark von Schweröl und Marinediesel abhängig und damit besonders anfällig für Schwankungen am Ölmarkt.
Die festgefahrenen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran schüren Sorgen über lang anhaltende Störungen der Ölversorgung im Nahen Osten und treiben die Energiepreise in die Höhe. Für den Rest des Jahres 2026 ist Royal Caribbean zu 59 % zu Kursen unter dem aktuellen Marktniveau abgesichert, was einen gewissen Puffer bietet.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Royal Caribbean nun einen bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 17,10 und 17,50 US-Dollar. Die vorherige Prognose hatte noch eine Spanne von 17,70 bis 18,10 US-Dollar vorgesehen. Beim Umsatzwachstum rechnet das Unternehmen nun mit rund 10 % jährlich, gegenüber der früheren Erwartung eines zweistelligen Wachstums.
Nachfrage bleibt stabil – Mittelmeer-Buchungen erholen sich
Trotz der Kostendruck-Problematik zeigt sich die Nachfrageseite robust. Die Buchungen für margenstarke Mittelmeer-Routen, die aufgrund geopolitischer Spannungen zeitweise nachgelassen hatten, haben sich laut Unternehmensangaben wieder erholt und liegen nun über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.
Royal Caribbean profitiert dabei von seiner Strategie, in vielfältige Angebote zu investieren – darunter Privatinseln und neue Kreuzfahrtrouten wie die „Star of the Seas". Diese Maßnahmen helfen dem Unternehmen, sowohl erfahrene Kreuzfahrer als auch Neukunden anzusprechen.
Das zweite Quartal sei stärker von Premium-Routen betroffen, die durch jüngste globale Ereignisse beeinflusst wurden. Diese Dynamik präge auch das dritte Quartal, so das Unternehmen.
„Anhaltend höhere Treibstoffkosten werden die Rentabilität belasten, aber wir glauben, dass RCL die Routen anpassen kann, um diesen Effekt abzumildern", sagte Alex Fasciano, Analyst bei CFRA Research. Er ergänzte, dass der Kreuzfahrtbetreiber in anderen Bereichen nur begrenzte Ausgaben verzeichne – ein positives Signal für die operative Kostendisziplin des Unternehmens.
