ANZEIGE

Robuste Konjunkturdaten dämpfen die Zinshoffnungen

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

3 Min
Robuste Konjunkturdaten dämpfen die Zinshoffnungen

Nach einer bemerkenswerten Rekordwoche war zum Wochenschluss die Luft raus an der Wall Street. Robuste Konjunkturdaten dämpften zudem die Zinshoffnungen. Auch der DAX zeigte keine herausragenden Leistungen mehr. Nach einer beispiellosen Tech-Rally mit neuen Höchstständen und vor dem Hintergrund einer weiter unklaren Zinspolitik der Federal Reserve (Fed) verhielten sich die US-Anleger heute zurückhaltend. Die großen Aktienindizes bewegten sich die meiste Zeit um ihre Schlusskurse.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones stagnierte bei 39.150 Punkten und verzeichnete einen Wochengewinn von 1,7 Prozent. Der breit gefasste S&P 500, der technologielastige Nasdaq sowie der Auswahlindex Nasdaq 100, die zuletzt von Rekordhoch zu Rekordhoch geeilt waren, bröckelten dagegen zwischen 0,15 und rund 0,25 Prozent ab. "Die größten Unternehmen im S&P 500 sind exzellent, sehr profitabel und wachsen schnell, sind aber ein bisschen teuer", sagte Chris Zaccarelli, Chef-Anleger des Investment-Beraters Independent Advisor Alliance. "Es wäre daher nicht überraschend, wenn der Markt eine Verschnaufpause einlegt und sich kurzfristig etwas abkühlt."

Unter den Einzelwerten setzte die Aktie von KI-Platzhirsch Nvidia ihre gestern begonnene Korrektur fort und verlor am Ende 3,2 Prozent auf 126,57 Dollar. Nach der rund 160-prozentigen Kursrally der vergangenen Monate machten einige Anleger Kasse. Aus diesem Grund musste der Chip-Hersteller seinen erst kürzlich eroberten Platz als weltweit wertvollster Börsenwert wieder an Microsoft abtreten. US-Staatsanleihen tendierten uneinheitlich. Leichte Kursgewinne am Geldmarkt und bei den kurzen Laufzeiten standen moderate Verluste der längeren Laufzeiten gegenüber. Die Rendite zehnjähriger Staatspapiere lag am Ende bei 4,25 Prozent.

Eine an den Finanzmärkten stark beachtete Umfrage unter Einkäufern in Unternehmen förderte im Juni eine optimistischere Stimmung zutage als von Experten erwartet. Das könnte tendenziell gegen Zinssenkungen durch die US-Notenbank Fed sprechen - und die Aktienbörsen im Zaum halten. Seit Monaten spekulieren Börsianer darüber, ob und wann die US-Notenbank die Zinsen senken wird. Nach den starken Einkaufsmanagerindizes sei ein solcher Schritt im Juli ausgeschlossen, sagte Matt Weller, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses StoneX.

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenschluss nicht an die Gewinne des Vortages angeknüpft und mit Verlusten geschlossen. Der DAX gab ein halbes Prozent nach auf 18.163 Punkte. Insgesamt stabilisierte sich der Leitindex aber mit einem Wochenplus von 0,9 Prozent, nachdem es in der Vorwoche nach dem Schock infolge der Ergebnisse der Europawahl noch rund 3,7 Prozent bergab gegangen war. Gestern hatte der DAX ein Prozent auf 18.254 Punkte zugelegt.

Der Absatz bestehender Eigenheime hat sich im Mai in den USA hingegen abgeschwächt, allerdings nicht so stark wie erwartet. Er sank um 0,7 Prozent zum Vormonat auf eine Jahresrate von 4,11 Millionen, wie der Immobilienmakler-Verband NAR bekanntgab. Befragte Ökonomen hatten sogar mit einem Rückgang auf 4,10 Millionen gerechnet, nach 4,14 Millionen im April. Der Preis für Häuser aus dem Bestand stieg im Mai im Mittel um 5,8 Prozent zum Vorjahresmonat auf 419.300 Dollar.

Der französische Rentenmarkt hat sich nach dem Schock der Europawahl allerdings wieder etwas beruhigt. Zehnjährige Staatsanleihen rentierten am Freitag bei 3,16 Prozent. Wegen der im Vergleich zu Deutschland deutlich höheren Verschuldung des Landes von rund 100 Prozent, gemessen zum BIP, verlangen die Investoren aber eine Risikoprämie. Zum Vergleich: Zehnjährige Bundesanleihen rentierten heute bei 2,40 Prozent. Die Ratingagentur Moody's hatte nach der EU-Wahl vor höheren Schulden gewarnt. S&P und Fitch bewerten die Schulden Frankreichs mit AA-, eine Stufe höher bei Aa2 bewertet derzeit Moody's mit positivem Ausblick. Dieses Rating könnte gefährdet sein.

Der BASF-Konzern sieht das Abschalten mehrerer Anlagen im Stammwerk Ludwigshafen als Zeichen tiefgreifender Veränderungen in der heimischen Chemieindustrie. "Die chemische Industrie hat in Deutschland innerhalb von zwei Jahren rund 23 Prozent ihrer Produktionsmenge verloren", sagte eine Firmensprecherin des DAX-Konzerns der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat nur zum Teil konjunkturelle Gründe, sondern auch strukturelle." Auch die Industrielandschaft insgesamt werde sich weiter verändern. "Von einer drohenden Deindustrialisierung Deutschlands zu sprechen, wäre übertrieben."

Marktberichte

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer