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Rio Tinto-Glencore-Fusion: Australischer Großinvestor warnt

Die mögliche Mega-Fusion zwischen Rio Tinto und Glencore stößt in Australien auf Skepsis. Mark Freeman von AFIC, einer der größten Investmentgesellschaften des Landes, fordert klare Antworten zur Wertschöpfung.

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Rio Tinto-Glencore-Fusion: Australischer Großinvestor warnt

Die angekündigten Fusionsgespräche zwischen den Bergbaugiganten Rio Tinto und Glencore sorgen in Australien für Stirnrunzeln. Mark Freeman, Geschäftsführer der Australian Foundation Investment Company (AFIC), äußerte deutliche Bedenken zur Sinnhaftigkeit des Deals. "Rio Tinto muss viele Fragen beantworten, wie das Unternehmen Wert schaffen will", erklärte Freeman gegenüber Reuters.

Erinnerungen an gescheiterte Mega-Deals

Die AFIC verwaltet ein Vermögen von rund 7 Milliarden US-Dollar und zählt Rio Tinto zu ihren Top-Beteiligungen. Freeman warnte vor den Risiken großer M&A-Transaktionen am Markthöhepunkt: "Viele Fusionen haben langfristig keinen Wert geschaffen. Wir sind gespannt zu erfahren, warum sie glauben, dass es dieses Mal anders sein wird." Der erfahrene Investor erinnerte dabei an die Übernahme von Billiton durch BHP im Jahr 2001, die als warnendes Beispiel gilt.

Australische Investoren skeptischer als britische

Die potenzielle Fusion würde den weltgrößten Bergbaukonzern mit einem Wert von über 200 Milliarden US-Dollar schaffen. Während Investoren in London die Pläne mehrheitlich positiv aufnahmen, reagieren australische Anleger deutlich zurückhaltender. Über 20 Prozent der Rio Tinto-Aktien sind in Australien notiert, wo sich auch die hochprofitablen Eisenerzminen des Unternehmens befinden.

Timing wirft Fragen auf

Besonders kritisch sieht Freeman das Timing der geplanten Transaktion. "Wenn man sich auf dem Höhepunkt eines Bergbau-Booms befindet, sehen viele Unternehmen gut aus", erklärte er. Er stellte infrage, warum Rio Tinto Glencores Kupfer-Assets ausgerechnet dann kaufen wolle, wenn die Metallpreise nahe Rekordhöhen lägen. "Wenn der Zyklus nachlässt, stechen die guten Unternehmen hervor und die schwächeren werden entlarvt."

Kupfer-Boom treibt Konsolidierung

Der Deal reiht sich ein in eine neue Welle von Übernahmen im Bergbausektor. Globale Konzerne wetteifern um Zugang zu Kupfer und anderen Metallen, die von der Energiewende und der KI-Nachfrage profitieren sollen. Auch Anglo American und Teck Resources planen eine Fusion. Freeman betonte jedoch, dass Größe und Diversifizierung allein keinen Mehrwert für Rio Tinto-Aktionäre schaffen würden.

Klare Forderung an das Management

"Es gibt viele Narben", warnte Freeman mit Blick auf vergangene Fehlschläge. "Wenn Sie dies tun wollen, muss es für die Rio-Aktionäre einen Mehrwert schaffen. Es darf das Unternehmen nicht nur größer oder diversifizierter machen." Weder Rio Tinto noch Glencore haben bisher Details zu einer möglichen Übernahmeprämie oder zur künftigen Führungsstruktur bekannt gegeben.

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