Rewe strebt Übernahme von Real-Filialen an
Bundeskartellamt prüft Wettbewerbsverhältnisse und Marktvorherrschaft

Die Übernahme von Filialen der durch Insolvenz geschüttelten Handelskette Real durch den Einzelhandelskonzern Rewe steht unter intensiver Beobachtung des Bundeskartellamts. Inmitten der finanziellen Turbulenzen, die sich für Real entfalteten, nachdem Ende September ein Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt wurde, eröffnet sich für Wettbewerber im Einzelhandelssektor eine potenzielle Möglichkeit, Standorte und Marktanteile zu akquirieren.
Rewe, mit Sitz in Köln und als eine prominente Größe im deutschen Einzelhandel bekannt, zeigt deutliches Interesse an der Übernahme einiger dieser Filialen. Die aktuellen Pläne besagen, dass weniger als 20 der Real-Märkte ins Visier genommen wurden, und sind bereits zur Prüfung beim Bundeskartellamt angemeldet. Diese Bewegung auf dem Einzelhandelsparkett ist insbesondere unter dem Aspekt interessant, dass sie einen Verschiebungsprozess innerhalb der Handelslandschaft darstellt und ebenso Fragen zur Marktvielfalt und Wettbewerbsdynamik aufwirft.
Real, ursprünglich eine Tochter der Metro AG, hat in den letzten Jahren eine komplexe Reise durch verschiedene Hände erlebt. Im Jahr 2020 veräußerte Metro die Kette – zu diesem Zeitpunkt mit noch über 270 Filialen – an die Investorengruppe SCP Group. Daraufhin fanden etwa 160 Filialen neue Betreiber, während der Rest unter der Führung anderer Eigentümer verblieb. Im Mai kam SCP erneut ins Spiel, als es Real wieder zurückkaufte, wie aus Unternehmensangaben hervorgeht. Derzeit betreibt Real über 60 Filialen mit etwa 5000 Mitarbeitenden.
Inmitten dieser Wirren soll der Geschäftsbetrieb von Real aufrechterhalten werden, während gleichzeitig Gespräche über mögliche Übernahmen von Standorten geführt werden. Die potenzielle Übernahme durch Rewe wirft Fragen bezüglich der künftigen Ausrichtung der noch verbliebenen Real-Filialen, der Sicherheit der Arbeitsplätze der betroffenen Mitarbeiter und der Wettbewerbsverhältnisse innerhalb des deutschen Einzelhandels auf. Es bleibt abzuwarten, welche Schlüsse das Bundeskartellamt nach Prüfung der Pläne ziehen wird und wie sich der deutsche Einzelhandel unter diesen Entwicklungen weiter formiert.
