Retourenflut belastet deutsche Onlinehändler
Milliardenkosten und neue Maßnahmen zur Reduzierung von Rücksendungen im Modehandel

Eine aktuelle Studie der Beratungsunternehmen Elaboratum und Behamics zeigt, dass deutsche Verbraucher innerhalb Europas die Spitzenreiter bei Retouren im Onlinehandel sind. Insbesondere im Modehandel stellt dies ein großes Problem dar: Allein im Jahr 2023 wurden in Deutschland über 87 Millionen Modeartikel, die zuvor online bestellt wurden, wieder zurückgeschickt. Damit übertrifft Deutschland deutlich andere europäische Märkte, selbst den größeren britischen Markt und den niederländischen.
Die hohe Anzahl an Retouren belastet vor allem die Onlinehändler, die besonders im Weihnachtsgeschäft mit einem erhöhten Aufkommen kämpfen. Die Kosten für die Bearbeitung und Abwicklung dieser Rücksendungen gehen in die Milliarden. Neben der finanziellen Belastung für die Händler stellen die Retouren auch logistische Herausforderungen dar und wirken sich negativ auf die Nachhaltigkeit aus. Ein großer Teil der zurückgesendeten Ware muss aufwendig geprüft, neu verpackt oder in einigen Fällen sogar entsorgt werden.
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, haben einige Händler damit begonnen, Kunden an den Kosten der Rücksendungen zu beteiligen. Dieser Schritt soll einerseits die Rücksendequote reduzieren und andererseits die finanziellen Auswirkungen für die Unternehmen mindern. Neben der Einführung von Rücksendegebühren setzen Unternehmen jedoch auch auf alternative Ansätze, um das Problem zu lösen. Dazu gehören präzisere Größenangaben, virtuelle Anproben oder Beratungsdienste, die den Kunden helfen sollen, von Anfang an die passende Wahl zu treffen.
Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Bedeutung eines effektiven Retourenmanagements für den Onlinehandel. Während Verbraucher von der Bequemlichkeit profitieren, Waren ohne großen Aufwand zurücksenden zu können, bleibt die Herausforderung für die Händler bestehen, einen Ausgleich zwischen Kundenservice und Wirtschaftlichkeit zu finden.
