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Rekordinvestitionen in Deutschlands Bahninfrastruktur

Milliarden für Modernisierung, doch Europa bleibt ein Vorbild in Schienenausbau

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Rekordinvestitionen in Deutschlands Bahninfrastruktur

Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2024 knapp 17 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur investiert. Laut Philipp Nagl, Chef der Infrastrukturgesellschaft InfraGo, markiert diese Summe einen bedeutenden Wendepunkt, da seit Jahren nicht mehr in diesem Umfang in das Schienennetz investiert wurde. Ziel sei es, den Investitionsrückstau zu stoppen und eine Überalterung der Infrastruktur zu verhindern. Nagl betonte, dass ähnliche Summen auch in den kommenden Jahren notwendig seien, um eine nachhaltige Verbesserung der Qualität des Zugverkehrs und eine geringere Störanfälligkeit zu gewährleisten.

Trotz der Rekordsumme bleibt Deutschland im europäischen Vergleich hinter anderen Ländern zurück. Während die Pro-Kopf-Investitionen in Deutschland für 2024 auf etwa 195 Euro gestiegen sind, lagen sie in Ländern wie der Schweiz und Österreich bereits 2023 deutlich höher, bei 447 beziehungsweise 336 Euro pro Einwohner. Luxemburg investierte mit 512 Euro pro Kopf mehr als das Vierfache der deutschen Summe. Experten wie Maria Leenen von der Beratung SCI Verkehr führen diese Diskrepanz darauf zurück, dass andere Länder frühzeitiger mit erhöhten Schieneninvestitionen begonnen haben und mittlerweile von den Ergebnissen profitieren.

Ein bedeutendes Infrastrukturprojekt war die Generalsanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim, die fünf Monate lang vollständig gesperrt war. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenderen Plans, bis 2030 rund 40 stark frequentierte Strecken zu erneuern. Neben Gleis- und Weichenerneuerungen wurden in diesem Jahr an 872 Bahnhöfen Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Dazu gehörten unter anderem die Installation neuer Aufzüge, Sitzbänke und barrierefreier Bahnsteige. Darüber hinaus wurden 113 Bahnhöfe nach neuesten Standards zu sogenannten Zukunftsbahnhöfen ausgebaut.

Die Deutsche Bahn hat zudem 1.940 Kilometer Gleise und 1.851 Weichen erneuert – ein Anstieg von 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, das Schienennetz langfristig leistungsfähiger und zuverlässiger zu machen. Für die Umsetzung dieser ambitionierten Ziele wurde zu Jahresbeginn die Tochtergesellschaft InfraGo gegründet, die neben wirtschaftlichen auch gemeinwohlorientierte Ziele verfolgt.

Wie die Finanzierung in den kommenden Jahren aussieht, bleibt angesichts der unklaren politischen Lage nach dem Ende der Ampel-Koalition offen. Der Haushalt für 2025 ist noch nicht beschlossen, und die künftige Regierung wird entscheiden müssen, wie die Infrastrukturprojekte der Deutschen Bahn weiter unterstützt werden können.

MobilitätDeutsche BahnBahninfrastruktur Sanierung

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