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Reform-UK-Vize rät Briten: Hitzewellen bei Rekordtrockenheit genießen

Richard Tice, Vize-Chef von Nigel Farages Partei, fordert Briten auf, Hitzewellen zu feiern – trotz verheerender Dürre und Ernteausfällen.

• 2 Min
Reform-UK-Vize rät Briten: Hitzewellen bei Rekordtrockenheit genießen

Richard Tice, stellvertretender Vorsitzender der britischen Rechtspartei Reform UK, hat mit provokanten Aussagen zur aktuellen Hitzewelle in Großbritannien für Empörung gesorgt. Gegenüber Journalisten erklärte er am Montag, die Briten sollten die zahlreichen Hitzewellen „genießen" und Warnungen vor dem gefährlichen Klimawandel ignorieren. Stattdessen empfahl er, mehr englischen Schaumwein zu trinken.

„Wenn es ein bisschen warm ist, sollten wir es genießen. Und wenn das bedeutet, dass englischer Wein und Schaumwein immer besser werden, dann ist das fantastisch", sagte Tice. Er fügte hinzu: „Lassen Sie uns einige dieser Dinge feiern, anstatt nur Trübsal zu blasen." Außerdem bezeichnete er es als „arrogant", den Klimawandel stoppen zu wollen.

Bauern warnen vor einer der schlechtesten Ernten aller Zeiten

Die Realität auf den britischen Feldern sieht jedoch dramatisch anders aus. Der nationale Bauernverband (National Farmers' Union) warnte, dass Landwirte in England und Wales vor „einer der schlechtesten Ernten aller Zeiten" stünden. Dürre sei die „düstere tägliche Realität, die Ernten, Viehbestand und die Rentabilität der Betriebe beeinträchtige", so der Verband.

Verbandspräsident Tom Bradshaw schrieb in der Financial Times: „Es ist eine deutliche Erinnerung daran, dass der Klimawandel keine ferne Bedrohung mehr ist." In mehr als zwei Dritteln Englands und in ganz Wales wurde nach aufeinanderfolgenden Hitzewellen der Dürrezustand ausgerufen – ein Ausmaß, das die Lage für die Landwirtschaft besonders ernst macht.

Greenpeace und Umweltgruppen reagieren scharf

Tices Äußerungen lösten heftige Reaktionen bei Umweltorganisationen aus. Greenpeace wies dabei auch auf die Finanzierung der Partei hin: Reform UK habe hohe Spenden von Einzelpersonen mit Interessen im Bereich fossiler Brennstoffe erhalten.

Amy Cameron, Programmdirektorin von Greenpeace UK, kommentierte die Aussagen scharf: „Reform sollte versuchen, Krankenschwestern, die während ihrer Schicht in Ohnmacht fallen, Landwirten, die ihre Ernte verlieren, und Menschen, die aus brennenden Häusern fliehen, zu sagen, sie sollen das heiße Wetter genießen, und abwarten, welche Reaktion sie erhalten." Cameron betonte zudem: „Es gibt nur einen Weg, dieses Extremwetter zu stoppen: die Reduzierung der Emissionen aus fossilen Brennstoffen."

Politischer Kontext: Reform UK und der Klimawandel

Reform UK ist die Partei des bekannten britischen Rechtspopulisten Nigel Farage und gilt als eine der lautstärksten Stimmen gegen die britische Klimapolitik. Tice gehört als stellvertretender Vorsitzender zu den ranghöchsten Vertretern der Partei. Die Aussagen fügen sich in ein Muster ein: Reform UK lehnt ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen grundsätzlich ab und stellt den wissenschaftlichen Konsens zum menschengemachten Klimawandel regelmäßig infrage.

Für deutsche Beobachter ist die Debatte nicht ohne Relevanz. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern nehmen Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Dürren zu. Die Auseinandersetzung in Großbritannien zeigt, wie stark das Thema Klimawandel politisch polarisiert – und wie weit die Positionen zwischen Wissenschaft, Landwirtschaft und rechtspopulistischen Parteien auseinanderklaffen.

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