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RBA-Protokoll: Weitere Zinserhöhungen wegen steigender Inflationsrisiken möglich

Die australische Zentralbank erhöhte den Leitzins auf 4,60% und warnt vor anhaltend hoher Inflation bis 2027.

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RBA-Protokoll: Weitere Zinserhöhungen wegen steigender Inflationsrisiken möglich

Die Reserve Bank of Australia (RBA) hat auf ihrer Sitzung vom 28. bis 29. September den Leitzins einstimmig um 25 Basispunkte auf 4,60% angehoben. Das am Dienstag veröffentlichte Protokoll der Septembersitzung macht deutlich, dass weitere Zinserhöhungen angesichts sich verschärfender Inflationsrisiken weiterhin möglich bleiben. Alle Mitglieder des geldpolitischen Rates stimmten für die Anhebung.

Die Währungshüter zeigen sich zunehmend besorgt über inländische Kapazitätsengpässe und steigende globale Kosten. Diese Faktoren könnten die Inflation länger als bisher erwartet auf einem hohen Niveau halten. Frühere Prognosen, wonach die Inflation bis Ende 2027 in die Mitte des Zielkorridors von 2% bis 3% zurückkehren würde, gelten laut RBA nicht mehr als wahrscheinlich.

Falkenhafte Signale aus Sydney

Das Protokoll schlägt einen deutlich falkenhaften Ton in Bezug auf den geldpolitischen Ausblick an. Die Ratsmitglieder betonten, dass ein rechtzeitiges Handeln gegen zusätzlichen Kostendruck dazu beitragen würde, eine Entankerung der Inflationserwartungen zu verhindern. Zudem warnten sie ausdrücklich, dass ein weiteres Abwarten nach einem längeren Zeitraum mit Inflation über dem Zielwert kostspielig sein könnte.

Der Rat stellte darüber hinaus fest, dass der aktuelle Leitzins möglicherweise nicht ausreichend restriktiv sei, falls die globalen neutralen Zinssätze gestiegen sind. Eine straffere Geldpolitik in anderen Volkswirtschaften könnte zudem den australischen Dollar schwächen, sofern die inländischen Zinsen unverändert blieben – was den Inflationsdruck in Australien potenziell weiter erhöhen würde.

Risiken wurden abgewogen, aber verworfen

Die Entscheidungsträger erwogen durchaus, die Zinsen stabil zu halten. Als Gegenargumente nannten sie sinkende Immobilienpreise, die mit dem Nahost-Konflikt verbundene Unsicherheit sowie die verzögerten Auswirkungen der vorangegangenen geldpolitischen Straffung, die Wirtschaftstätigkeit und Beschäftigung stärker belasten könnten. Sie kamen jedoch zu dem Schluss, dass diese Risiken nicht schwerwiegender waren als die Notwendigkeit, die Inflation einzudämmen.

Das Protokoll räumte dabei offen ein, dass die Erreichung von Preisstabilität ein langsameres Wachstum der Nachfrage und der Beschäftigung erfordern würde. Dies ist ein ungewöhnlich klares Eingeständnis der möglichen wirtschaftlichen Kosten der Geldpolitik.

Wirtschaft zeigt gemischtes Bild

Auf der Datenseite liefert die australische Wirtschaft ein zweigeteiltes Bild. Das BIP-Wachstum übertraf im Juni-Quartal die Erwartungen, gestützt durch Unternehmensinvestitionen, die im Jahresvergleich um mehr als 10% stiegen. Gleichzeitig verlangsamte sich der private Konsum unter den Trend, und die Arbeitslosenquote stieg im August auf 4,6%.

Frühindikatoren deuten laut RBA auf eine kurzfristige Stabilität des Arbeitsmarktes hin, obwohl die Nachfrage insgesamt nachlässt. Die Wirtschaft zeigt sich trotz der geldpolitischen Straffung widerstandsfähig – ein Umstand, der die RBA in ihrer restriktiven Haltung bestärkt. Für internationale Beobachter und Anleger bleibt die Frage, wie weit die australische Zentralbank den Straffungszyklus noch treiben wird.

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