Rasanter Anstieg bei Kleinkrediten in Deutschland
Verbraucher setzen auf Ratenzahlung, doch Schufa und Verbraucherschützer warnen vor Risiken

Der Trend zu Ratenkrediten in Deutschland nimmt rasant zu, insbesondere bei kleineren Summen. Laut einer aktuellen Studie der Schufa stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ratenkreditverträge im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 9,1 Millionen. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Kleinkrediten unter 1.000 Euro. Diese machten 3,8 Millionen der neuen Verträge aus, im Vergleich zu etwas mehr als zwei Millionen im Vorjahr. Der durchschnittliche Kreditbetrag in dieser Kategorie sank von 398 Euro auf 356 Euro.
Die Schufa warnt jedoch vor den Risiken, die mit der Aufnahme vieler kleiner Kredite verbunden sind. Obwohl die Rückzahlungsquote bei 97,9 Prozent liegt, könnte die finanzielle Belastung durch die allgemein gestiegenen Preise und die Erosion der finanziellen Rücklagen zu Problemen führen. Die Inflation hat in den letzten Jahren die Lohnsteigerungen aufgezehrt, und die Anzahl der Personen mit mehrfachen Mahnungen ist leicht gestiegen.
Jüngere Menschen sind besonders anfällig für den Trend, Einkäufe in Raten zu bezahlen. In der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen stieg die Zahl der laufenden Kleinkredite um mehr als 50 Prozent. Verbraucherschützer warnen vor den Fallstricken von Ratenkrediten, insbesondere bei Null-Prozent-Finanzierungen, die oft versteckte Kosten in Form von Gebühren und Restschuldversicherungen haben.
Die Zinsen für Ratenkredite sind ebenfalls gestiegen. Ein Kredit, der im August dieses Jahres abgeschlossen wurde, hat im Durchschnitt einen Zinssatz von 7,35 Prozent, im Vergleich zu 4,75 Prozent im Vorjahr. Trotz der steigenden Kosten prognostizieren Fachleute aus dem Bankensektor eine anhaltende Nachfrage nach Konsumkrediten. Sie argumentieren, dass Finanzierungsangebote in Zeiten gestiegener Preise essenziell sind, um die Wirtschaft anzukurbeln.
