ANZEIGE

Range setzt bei KI-Vermögensverwaltung auf Festpreis statt AUM-Gebühren

Die Vermögensverwaltung Range aus McLean setzt auf KI-Unterstützung, Festpreise und ein Spezialistenteam – ohne Gebühren auf das verwaltete Vermögen.

•• 5 Min
Range setzt bei KI-Vermögensverwaltung auf Festpreis statt AUM-Gebühren

Die US-amerikanische Vermögensverwaltungsgesellschaft Range nutzt künstliche Intelligenz, um Anleger zu unterstützen, die ihr Portfolio selbst verwalten – und kombiniert das mit einem Festpreismodell ohne Gebühren auf das verwaltete Vermögen. Der Analyst Alan Brochstein, CFA, nimmt das Unternehmen in einem Beitrag für New Cannabis Ventures vom 29. September 2026 genauer unter die Lupe. Er hatte die Firma bereits acht Wochen zuvor erwähnt und widmet ihr nun eine ausführlichere Betrachtung.

Range hat seinen Sitz in McLean im US-Bundesstaat Virginia und betreibt eine Website, die seinem Namen entspricht. Im Zentrum steht für Brochstein der Fokus auf die Senkung der Gebühren für Anleger, die ihr Portfolio selbst verwalten. Der Leistungsumfang umfasst sowohl die Vermögensverwaltung als auch die Steuerplanung, wobei letztere nach seinen Angaben am häufigsten angefragt wird. Weitere Bereiche sind Aktienentschädigungen, Altersvorsorge, Immobilien, Nachlassplanung sowie Cashflow- und Budgetplanung.

Positiv hebt der Analyst hervor, dass das Unternehmen mit einem Team von Spezialisten und nicht mit Generalisten wirbt. Zum Team zählen demnach zertifizierte Finanzplaner (CFPs), Wirtschaftsprüfer (CPAs) und weitere Spezialisten renommierter Unternehmen. Für Anleger, die Beratung suchen, ist das ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber Anbietern, die vor allem mit breiter Aufstellung punkten.

Die Details

Die Offenlegung der Gebühren beschreibt Brochstein als sehr klar gestaltet. Wörtlich zitiert er die Angaben des Unternehmens: „Range erhebt eine feste jährliche Mitgliedschaftsgebühr – keine AUM-Gebühren, keine versteckten Kosten, kein Prozentsatz Ihres Vermögens. Die Mitgliedschaften variieren je nach Komplexitätsgrad zwischen $3,000 und $9,000 pro Jahr. Ihre Gebühr bleibt gleich, unabhängig davon, ob Sie $500K oder $5M investieren.“

Auffällig ist für den Analysten, dass auf der Website des Unternehmens keine Informationen zum Managementteam zu finden sind. Über das LinkedIn-Profil von Range lassen sich jedoch zahlreiche Details erschließen. Ein Video von vor einigen Tagen thematisiert den wichtigen Umstand, dass das Unternehmen zu Beginn dieses Jahres $1 billion unter Verwaltung hatte. Ein Mangel des Videos besteht laut Brochstein darin, dass nicht erkennbar ist, wer dort spricht – es handelt sich um Fahad Hassan, einen Gründer und CEO des Unternehmens. Weitere Mitglieder der Führungsebene lassen sich über LinkedIn identifizieren, etwa Mitgründer David Cusatis. Gegründet wurde Range im Jahr 2021.

Ergänzend nennt der Beitrag zwei regulatorische und operative Eckpunkte. Die Investments werden demnach von Altruist verwaltet, einem Anbieter, den Vanguard kürzlich übernommen hat. Range Advisory, LLC ist zudem bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC als Anlageberater registriert. Der als „AI Sheriff“ bezeichnete Autor gibt dem Unternehmen allerdings keine uneingeschränkte Empfehlung, und zwar ausdrücklich deshalb, weil es sich um ein privat gehaltenes Unternehmen handelt.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die Einordnung von KI im Investmentbereich beschäftigt aktien.news seit Monaten. Bereits am 06.08.2026 berichtete aktien.news unter dem Titel „KI-Werbung für Investments: Zwischen Versprechen und Ethik", dass mit dem Boom der KI-Technologie auch eine bedenkliche Entwicklung wächst: Immer mehr Unternehmen setzen auf aggressive und teils unethische Werbung, um Anleger mit dem Versprechen KI-gestützter Investmentlösungen anzulocken. Der Bericht verwies ebenfalls auf Alan Brochstein, CFA, der KI als „unglaubliches Werkzeug" beschreibt, aber zugleich erhebliche Herausforderungen sieht.

Ebenfalls relevant ist ein früherer Beitrag vom 02.06.2026. Damals berichtete aktien.news unter „KI-Finanzberater: Was Robo-Advisors wirklich bei der Aktienauswahl leisten", dass KI-gestützte Finanztools für eine monatliche Gebühr zwischen 29 und 60 US-Dollar Portfolios analysieren, die Steuerlast optimieren und Empfehlungen an Risikotoleranz und Rentenzeitplan anpassen. Laut einer Gallup-Umfrage hatten 41 Prozent der Amerikaner bislang keinen Zugang zu hochwertiger Finanzberatung, weil diese finanziell nicht erschwinglich war. KI-basierte Robo-Advisors könnten diese Lücke schließen – zumindest in bestimmten Bereichen.

Als weiteres Schlaglicht auf die Branche dokumentierte aktien.news am 13.08.2026, dass T. Rowe Price (Nasdaq: TROW) umfangreiche personelle Erweiterungen auf Führungsebene bekannt gab, um die unternehmensweite KI-Strategie voranzutreiben. Der Vermögensverwalter mit Sitz in Baltimore verwaltete zum 31. Juli 2026 Kundenvermögen in Höhe von 1,87 Billionen US-Dollar, rund zwei Drittel davon im Bereich der Altersvorsorge.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist der Fall Range vor allem als Beispiel für ein alternatives Gebührenmodell interessant. Während viele Vermögensverwalter einen Prozentsatz des verwalteten Vermögens berechnen, setzt Range auf eine feste jährliche Mitgliedschaftsgebühr. Das kann besonders für Anleger mit größeren Depots attraktiv wirken, weil die Kosten laut Unternehmensangaben nicht mit der Depotgröße steigen. Ob dieses Modell zu den eigenen Bedürfnissen passt, hängt jedoch vom individuellen Beratungsbedarf und der Komplexität der eigenen Finanzsituation ab.

Zugleich mahnt der Beitrag zur Vorsicht. Range ist ein privat gehaltenes Unternehmen, weshalb der Autor des Originalbeitrags keine uneingeschränkte Empfehlung ausspricht. Anleger, die eine Zusammenarbeit erwägen, sollten die Registrierung als Anlageberater bei der SEC sowie die veröffentlichten Gebührenangaben selbst prüfen. Der Hinweis, dass die Investments über Altruist verwaltet werden, verweist zudem auf einen externen Partner in der Wertschöpfungskette.

Deutsche Anleger sollten zudem beachten, dass die beschriebenen Dienstleistungen auf den US-Markt zugeschnitten sind. Themen wie Steuerplanung, Aktienentschädigungen oder Altersvorsorge folgen dort anderen Regeln als in Deutschland. Eine direkte Übertragbarkeit der Angebote auf hiesige Depots ist daher nicht gegeben – der Beitrag liefert insofern vor allem einen Einblick in die Entwicklung KI-gestützter Beratungsmodelle im US-Markt.

Ausblick

Konkrete Termine oder eigenständige Zukunftspläne nennt die Quelle nicht. Fassbar sind im Beitrag lediglich der Rückblick auf die Gründung im Jahr 2021 und die Angabe, dass Range zu Beginn dieses Jahres $1 billion unter Verwaltung hatte. Ob und wann das Unternehmen weitere Angaben zum Managementteam auf seiner Website ergänzt, bleibt offen – genau dieses Informationsdefizit hatte der Analyst ausdrücklich bemängelt.

Kurz erklärt

  • Festpreis-Mitgliedschaft: ein jährlich pauschaler Betrag für Finanzberatung, der nicht von der Höhe des angelegten Vermögens abhängt.
  • AUM-Gebühr: eine Vergütung, die als Prozentsatz des verwalteten Vermögens berechnet wird und mit dem Depotwert steigt.
  • Zertifizierter Finanzplaner (CFP): eine anerkannte Berufsbezeichnung für Finanzplaner mit spezialisierter Ausbildung und Prüfung.
  • SEC: die US-Börsenaufsichtsbehörde, bei der sich Anlageberater registrieren lassen müssen.
RangeKi-VermögensverwaltungAum-GebührenFestpreis-ModellAlan BrochsteinAltruistVanguardVermögensverwaltung Usa

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  4. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer