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Ramaphosa fordert SADC-Binnenmarkt für industrielle Entwicklung Afrikas

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa plädiert für einen gemeinsamen Markt der 16 SADC-Staaten mit fast 400 Millionen Menschen.

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Ramaphosa fordert SADC-Binnenmarkt für industrielle Entwicklung Afrikas

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat in einem wöchentlichen Brief an die Nation einen dynamischen gemeinsamen Binnenmarkt für die Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) gefordert. Die 16 Mitgliedstaaten der SADC vereinen eine Gesamtbevölkerung von fast 400 Millionen Menschen und verfügen über reichlich natürliche Ressourcen sowie eine junge Bevölkerung. Dennoch importiert die Region einen Großteil der benötigten Waren und Dienstleistungen – ein Widerspruch, den Ramaphosa entschieden angehen will.

Der Intrahandel zwischen den SADC-Ländern macht derzeit nur etwa 20 Prozent des gesamten gemeinsamen Handelsvolumens aus. Ramaphosa sieht darin enormes ungenutztes Potenzial. „Wir müssen die Kosten senken, die wir uns selbst auferlegt haben – von der Reduzierung der Gebühren für Telefonate und Geldtransfers bis hin zur Verkürzung der Wartezeiten an unseren Grenzen und der Harmonisierung der Zollverfahren", erklärte er.

Rohstoffe exportieren, Fertigprodukte importieren

Besonders kritisch sieht Ramaphosa die Rohstoffpolitik der Region. Das südliche Afrika besitzt einen Großteil der weltweit kritischen Mineralien, profitiert davon jedoch kaum. „Unsere Region besitzt einen Großteil der weltweit kritischen Mineralien, doch wir exportieren das Erz und importieren die Batterie. Wir beliefern eine industrielle Revolution, die anderswo stattfindet, und kaufen deren Produkte zu einem von anderen festgelegten Preis zurück", so Ramaphosa. Diese Abhängigkeit soll durch regionale Wertschöpfungsketten durchbrochen werden.

Konkret schwebt dem Präsidenten eine tiefe industrielle Verflechtung vor: Autos sollen in einem SADC-Land aus Teilen montiert werden, die in einem anderen hergestellt wurden – unter Verwendung von Materialien aus einem dritten Land. Kein einzelnes Land der Region könne im Alleingang ein integriertes Stromsystem aufbauen, grenzüberschreitende Korridore entwickeln, gemeinsame Wasserressourcen verwalten oder der vollen Wucht des Klimawandels standhalten.

Infrastruktur und Energie als Schlüsselprojekte

Für die wirtschaftliche Integration setzt Ramaphosa auf den Ausbau regionaler Korridore. Die Korridore Maputo, Nord-Süd, Trans-Kalahari, Beira und Lobito werden derzeit entwickelt, müssen jedoch zu lebendigen Handelsadern werden, die Fracht, Strom, Daten und Menschen befördern. Ergänzend dazu verfügt die Region über den Southern African Power Pool, durch den in einem Land erzeugter Strom Unternehmen antreibt und Häuser in einem anderen beleuchtet.

Ramaphosa betonte, dass dieser Energiepool erweitert werden müsse, um allen Teilen des südlichen Afrikas eine zuverlässige und erschwingliche Energieversorgung zu sichern. Ebenso müssten die gemeinsamen Wasserressourcen der SADC entwickelt werden, damit jedes Land über ausreichend Wasser für seine Industrien und seine Bevölkerung verfügt.

Junge Bevölkerung als größtes Kapital

Das wertvollste Gut der Region seien jedoch ihre Menschen. Mehr als die Hälfte der SADC-Bevölkerung ist unter 30 Jahre alt. Um diese demografische Dividende zu realisieren, fordert Ramaphosa Investitionen in Schulen, Universitäten, technische und berufliche Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen. „Als Region sollten wir zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass jedes Kind ausreichend Nahrung und Wasser hat, dass es eine hochwertige Gesundheitsversorgung erhält und Zugang zu frühkindlicher Entwicklung hat", sagte er.

Der Hintergrund dieser Forderungen ist konkret: Südafrika war am 17. August Gastgeber des 46. SADC-Gipfels in eThekwini, KwaZulu-Natal, und übernahm damit turnusgemäß den Vorsitz der SADC. Die genannten Maßnahmen sollen auf diesem Gipfel geprüft werden, während Südafrika an der Umsetzung der SADC-Vision 2050 für eine integrierte, produktive und wohlhabende Region arbeitet.

Für Südafrika selbst geht es bei der SADC-Mitgliedschaft laut Ramaphosa um handfeste wirtschaftliche Interessen: Schaffung von Arbeitsplätzen, Wachstum der eigenen Industrien und Verbesserung der Lebensqualität der Bevölkerung. „Südafrikas Wohlstand ist an den unserer Nachbarn gebunden. Wir alle müssen nun das enorme Potenzial unserer Region in Wachstum, Entwicklung und Arbeitsplätze verwandeln", schloss Ramaphosa.

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