Rackspace Technology Aktie explodiert nach Quartalszahlen und AMD-Deal
Starke Q1-Ergebnisse und eine strategische KI-Partnerschaft mit AMD katapultieren die RXT-Aktie um über 61 Prozent nach oben.

Die Aktie von Rackspace Technology (RXT) legte am 7. Mai 2026 im Vormittagshandel um beeindruckende +61,68 Prozent zu und kletterte auf 3,67 US-Dollar, mit einem Tageshoch von 4,12 US-Dollar. Auslöser waren zwei gleichzeitige Ankündigungen: die Veröffentlichung der Quartalsergebnisse für das erste Quartal 2026 sowie eine wegweisende Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MOU) mit dem Chiphersteller AMD. Beide Meldungen wurden über GlobeNewswire veröffentlicht und überraschten die Wall Street gleichermaßen.
Rackspace meldete für das am 31. März 2026 beendete erste Quartal einen Umsatz von 678,1 Millionen US-Dollar – ein Anstieg von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und deutlich über der Konsenserwartung der Analysten von rund 667,4 Millionen US-Dollar. Besonders bemerkenswert ist die Rückkehr in die Gewinnzone: Der Nettogewinn drehte auf 8,3 Millionen US-Dollar, nachdem das Unternehmen im Vorjahresquartal noch einen Verlust von 71,5 Millionen US-Dollar verbucht hatte. Unterstützt wurde dieses Ergebnis durch einen Gewinn von 55,8 Millionen US-Dollar aus der Schuldentilgung. Das bereinigte EBITDA stieg ebenfalls auf 71,2 Millionen US-Dollar.
Zusätzlich kaufte Rackspace Schulden im Wert von rund 96 Millionen US-Dollar zurück, was den Zinsaufwand senkte und den Entschuldungskurs des Unternehmens weiter vorantrieb. Die Jahresprognose für 2026 wurde bestätigt: Rackspace erwartet einen Gesamtumsatz von 2,6 bis 2,7 Milliarden US-Dollar sowie einen Non-GAAP-Betriebsgewinn von 160 bis 170 Millionen US-Dollar.
Strategische KI-Partnerschaft mit AMD als zweiter Kurstreiber
Parallel zu den Quartalszahlen gaben Rackspace und AMD die Unterzeichnung einer Absichtserklärung bekannt, die den Rahmen für eine mehrjährige strategische Partnerschaft zur Schaffung einer sogenannten Enterprise AI Cloud bildet. Diese Lösung ist speziell für regulierte Unternehmen und hoheitliche Workloads konzipiert, bei denen Sicherheit, Governance und Rechenschaftspflicht im Vordergrund stehen. Die Partnerschaft sieht vor, AMD Instinct GPUs und EPYC CPUs in einen vollständig verwalteten, kontrollierten Stack zu integrieren – wobei Rackspace den gesamten Stack vom Silizium bis zum Ergebnis kontrollieren soll.
CEO Gajen Kandiah kommentierte die Doppelankündigung mit klaren Worten: „Der Markt bewegt sich in die von uns erwartete Richtung, wobei regulierte Unternehmen bewusste Entscheidungen darüber treffen, wo ihre KI läuft, wer sie betreibt und wer für die Ergebnisse verantwortlich ist." Kandiah betonte zudem, dass das MOU mit AMD darauf abzielt, regulierte Enterprise-KI-Infrastruktur als neue Marktkategorie zu etablieren – „eine Kategorie, für deren Führung Rackspace prädestiniert ist."
Im Earnings Call wurde außerdem hervorgehoben, dass die bestehende Partnerschaft mit dem Datenanalyseunternehmen Palantir ihren ersten gemeinsamen Abschluss verzeichnete und eine starke Pipeline-Generierung aufweist. Dies unterstreicht die wachsende strategische Ausrichtung von Rackspace im KI-Infrastrukturbereich.
Analysten und Insider wurden auf dem falschen Fuß erwischt
Die Reaktion des Marktes überraschte die Analystengemeinde deutlich. Vor der Veröffentlichung stuften vier Analysten die Aktie mit „Hold" und einer mit „Sell" ein, bei einem durchschnittlichen Kursziel von lediglich 1,93 US-Dollar – weit unter dem aktuellen Kursniveau. Dies verdeutlicht, wie stark die Ergebnisse und der AMD-Deal die Erwartungen der Wall Street übertrafen.
Auch auf der Insiderseite zeigt sich ein interessantes Bild: In den vergangenen sechs Monaten verzeichneten RXT-Insider neun Transaktionen am offenen Markt, bei denen es sich ausschließlich um Verkäufe und keine Käufe handelte. Das breitere Marktumfeld spielte bei der Rallye keine wesentliche Rolle: Der S&P 500 stieg am selben Tag lediglich um +0,08 Prozent, der Dow Jones um +0,14 Prozent und der Nasdaq um +0,26 Prozent.
Für Anleger ist jedoch ein wichtiger Vorbehalt zu beachten: Das MOU mit AMD stellt lediglich einen Rahmen für eine potenzielle Zusammenarbeit dar und begründet keine verbindlichen Verpflichtungen beider Unternehmen. Da noch keine endgültigen Vereinbarungen getroffen wurden und die Gespräche vorläufig bleiben, könnte dieser Umstand den langfristigen Enthusiasmus dämpfen. Der heutigen explosiven Marktreaktion tat dies jedoch keinen Abbruch – die Kombination aus Rückkehr in die Gewinnzone, übertroffenem Umsatz, bestätigtem Jahresausblick und einer hochkarätigen KI-Partnerschaft schuf eine seltene Konvergenz von Katalysatoren für eine Aktie, die zuvor als angeschlagene Turnaround-Story gehandelt worden war.
