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Puma stellt Finanzvorstand neu auf

Nachfolger von Hubert Hinterseher kommt aus der Modebranche

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Puma stellt Finanzvorstand neu auf

Der Sportartikelhersteller Puma tauscht seinen Finanzvorstand aus. Hubert Hinterseher, der seit mehr als drei Jahren diese Position innehatte, wird zum Monatsende seinen Posten abgeben und das Unternehmen bis Ende des Jahres verlassen. Die Ankündigung erfolgte am Donnerstag. Hinterseher, der seit über 20 Jahren für Puma tätig ist, hatte erst im vergangenen Jahr eine Vertragsverlängerung bis 2027 erhalten. Sein Nachfolger wird Markus Neubrand, der vom US-Modeunternehmen Guess kommt und dort im August seinen Posten als Finanzchef niedergelegt hatte. Neubrand, 48 Jahre alt, war zuvor bei MCM, einem Taschen- und Kofferhersteller, tätig und arbeitete unter anderem auch für Hugo Boss.

Mit dem Abgang von Hinterseher wird der Puma-Vorstand unter dem aktuellen CEO Arne Freundt ab 2025 ein komplett neues Gesicht haben. Neben Freundt wird dann kein Vorstandsmitglied mehr aus der Zeit von Björn Gulden, dem ehemaligen Puma-Chef, im Unternehmen verbleiben. Gulden hatte vor knapp zwei Jahren zu Adidas gewechselt, und auch Beschaffungschefin Anne-Laure Descours wird das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Ihr Vorstandsposten soll wegfallen. Eine konkrete Begründung für den Wechsel des Finanzvorstands gab Puma nicht, betonte jedoch, dass die Entscheidung einvernehmlich getroffen wurde. Hinterseher habe in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Marke und zum Erfolg des Unternehmens beigetragen, sagte CEO Freundt. Neubrand solle dazu beitragen, das nächste Kapitel des nachhaltigen Wachstums auf Grundlage einer gesteigerten Markenbegehrlichkeit zu schreiben.

Seit dem Wechsel von Gulden zu Adidas hat sich das Momentum in der Branche verschoben. Unter Guldens Führung wuchs Puma schneller als sein größerer Konkurrent. Während Adidas unter dem ehemaligen CEO Kasper Rorsted auf den margenträchtigen Direktvertrieb über das Internet setzte, konzentrierte sich Puma weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Fachhändlern, was sich damals als vorteilhafte Strategie erwies. Doch mittlerweile hat Adidas wieder an Schwung gewonnen und das Verhältnis zu den Fachhändlern verbessert. Besonders Retromodelle wie der „Samba“ erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei Puma hingegen hat sich das Wachstum zuletzt verlangsamt.

Die unterschiedliche Dynamik zeigt sich deutlich in den Zahlen des zweiten Quartals: Während Puma seine Umsätze von April bis Juni währungsbereinigt um gut zwei Prozent auf 2,1 Milliarden Euro steigern konnte, verzeichnete Adidas im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von elf Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. An der Börse konnte Adidas seit dem Amtsantritt von Gulden um mehr als 80 Prozent zulegen, während die Puma-Aktie an Wert verloren hat. CEO Freundt hat angekündigt, die Begehrlichkeit der Marke Puma wieder stärken und die Position in wichtigen Märkten wie den USA und China verbessern zu wollen.

Trotz der leichten Abschwächung des Wachstums befindet sich Puma nicht in einer Krise. Die Umsätze des Unternehmens steigen weiterhin. Weltmarktführer Nike dagegen durchlebt aktuell schwierigere Zeiten, nachdem auch dort der CEO ausgetauscht wurde und das Unternehmen vor sinkenden Umsätzen im laufenden Geschäftsjahr gewarnt hatte. Nike hatte, ähnlich wie Adidas zwischenzeitlich, stark auf den Internetvertrieb gesetzt und das Netz der Handelspartner reduziert. Die Branche hat inzwischen erkannt, dass viele Kunden den Kauf von Sportartikeln bevorzugt in stationären Geschäften tätigen, um unterschiedliche Produkte zu vergleichen.

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