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Proteste und Sparkurs bei Volkswagen in Wolfsburg

Belegschaft fordert Zugeständnisse, Vorstand warnt vor Eskalation und verteidigt Einschnitte

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Proteste und Sparkurs bei Volkswagen in Wolfsburg

Unter Protesten der Belegschaft fand am Stammsitz von Volkswagen in Wolfsburg eine Betriebsversammlung statt, die im Zeichen der kontroversen Sparpläne des Unternehmens stand. Mitarbeiter empfingen den Vorstand mit Transparenten, auf denen unter anderem die Frage „Wann spart der Vorstand?“ zu lesen war. Flugblätter mit der Forderung „Alle Werke müssen bleiben“ wurden verteilt und symbolisch direkt unter dem Namen des Konzernchefs am Podium platziert.

Die Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo forderte bei der nicht öffentlichen Veranstaltung deutliche Zugeständnisse von der Konzernführung. Sie betonte die Notwendigkeit ernsthafter Kompromisse von beiden Seiten und warnte vor einer Eskalation, sollte der Vorstand an seiner Haltung festhalten. Ihre Äußerungen unterstrichen die angespannte Stimmung, die zwischen Belegschaft und Unternehmensleitung herrscht.

Volkswagen-Chef Oliver Blume verteidigte hingegen die Sparmaßnahmen, die er als dringend notwendig bezeichnete, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern. Er wies auf die steigenden Wettbewerbsanforderungen und eine rückläufige Nachfrage hin. Zudem hob er die aus seiner Sicht hohen Arbeitskosten in Deutschland als Belastung hervor. Im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen betonte er, dass eine gemeinsame Lösung angestrebt werde, kritisierte jedoch das von der IG Metall vorgelegte Einsparkonzept als unzureichend.

Thomas Schäfer, Leiter der Kernmarke von Volkswagen, erklärte ergänzend, dass der Konzern mit den aktuellen Strukturen und Kosten nicht wettbewerbsfähig sei. Sein Ziel sei es, Volkswagen bis 2030 zum technologisch führenden Volumenhersteller zu entwickeln, mit Wolfsburg als Herzstück und wirtschaftlicher Produktion in Deutschland. Gleichzeitig schloss Schäfer angedrohte Kündigungen nicht aus, was die Unsicherheit bei den Beschäftigten weiter verstärkte.

Die Tarifgespräche zwischen Volkswagen und der IG Metall sollen am kommenden Montag fortgesetzt werden. Im Raum stehen Forderungen des Konzerns nach einer Lohnkürzung um zehn Prozent sowie mögliche Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der ebenfalls auf der Versammlung sprach, forderte eine Lösung, die die Sicherung der Standorte und Investitionen gewährleiste. Zudem sprach er sich klar gegen betriebsbedingte Kündigungen aus und unterstrich die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen zur Zukunftssicherung des Autobauers.

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