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ProSiebenSat.1 verfehlt Umsatzziele wegen schwächelnder Werbung

Medienkonzern erzielt trotz herausforderndem Marktumfeld Gewinnplus und setzt auf Digitalisierung

2 Min
ProSiebenSat.1 verfehlt Umsatzziele wegen schwächelnder Werbung

Der deutsche Medienkonzern Pro Sieben Sat. 1 sieht sich mit Herausforderungen im Werbegeschäft konfrontiert, die es unwahrscheinlich machen, dass das Unternehmen seine Umsatzziele für das Jahr 2023 erreicht. Trotz der Werbeflaute konnte Pro Sieben Sat. 1 jedoch im Sommerquartal ein Gewinnplus verzeichnen. Die Erlöse werden voraussichtlich leicht unter der erwarteten Spanne von 3,95 bis 4,25 Milliarden Euro bleiben, während der operative Gewinn am unteren Ende der prognostizierten Bandbreite von etwa 600 Millionen Euro liegen dürfte.

Im dritten Quartal sank der Umsatz um fast drei Prozent auf 888 Millionen Euro. Finanzchef Martin Mildner kommentierte, dass das Ergebnis erstmals seit 2021 wieder über dem Vorjahr lag, was auf eine Stabilisierung hindeutet. Die allgemeine Konjunkturschwäche und zurückhaltende Werbekunden stellen jedoch eine Herausforderung für die TV-Branche dar, die auch Konkurrent RTL zu spüren bekommt.

Pro Sieben Sat. 1 reagiert auf diese Herausforderungen mit einem Sparprogramm, das rund 400 Vollzeitstellen betrifft, und fokussiert sich auf das Kerngeschäft Unterhaltung sowie den Ausbau der Streamingplattform Joyn. Dieser klare Fokus auf strategisch wichtige Geschäftsfelder beginnt sich laut Mildner auszuzahlen. Für das Schlussquartal 2023 erwartet das Unternehmen leichte Anstiege bei Umsatz und Gewinn.

In den ersten neun Monaten des Jahres fiel der Umsatz um etwa elf Prozent auf fast 2,6 Milliarden Euro, während das bereinigte Ebitda um über 35 Prozent auf 243 Millionen Euro zurückging. Konzernchef Bert Habets sieht in dem abgeschlossenen Konzernumbau einen wichtigen Schritt zur Stärkung der digitalen Geschäftsbereiche. Die Einspareffekte aus dem Effizienzprogramm sollen im vierten Quartal bzw. ab 2024 vollständig realisiert werden.

Ein positiver Trend ist bei der Streamingplattform Joyn zu beobachten, die bei den Werbeumsätzen im Sommer einen Anstieg von 58 Prozent verzeichnete. Auch das Geschäft in anderen Bereichen, wie beim Vergleichsportal Verivox und beim Online-Kosmetikhändler Flaconi, sorgte für positive Impulse.

Pro Sieben Sat. 1 steht vor der Herausforderung, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten, in dem das Werbegeschäft schwächelt und die Konkurrenz im digitalen Bereich zunimmt.

Deutschland

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