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Private-Credit-Fonds LENDX sperrt Anleger seit vier Jahren aus

Der Stone Ridge LENDX-Fonds beschränkt Rückzahlungen seit 16 Quartalen – ein warnendes Beispiel für die gesamte Branche.

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Private-Credit-Fonds LENDX sperrt Anleger seit vier Jahren aus

Der Stone Ridge Alternative Lending Risk Premium Fund, bekannt unter dem Kürzel LENDX, hat die Rückzahlungen an seine Anleger seit 16 aufeinanderfolgenden Quartalen begrenzt. Das entspricht einem Zeitraum von vier Jahren – und ein Ende ist nicht in Sicht. Mit dem Fonds vertraute Personen berichten, dass ein Vermögensverwalter schätzt, es könnte weitere sechs Jahre dauern, bis das gesamte Kapital seiner Kunden aus dem Fonds abgezogen ist.

Der Fonds ist auf ein Nischensegment der Private-Credit-Welt spezialisiert und steht exemplarisch für eine wachsende Problematik in der Branche. Da immer mehr Anleger den Ausstieg suchten, gestaltete sich die Kapitalrückführung zunehmend schwieriger. Die Zahlen verdeutlichen den dramatischen Rückgang: Im September 2022 erhielten LENDX-Anleger noch 85 Prozent ihrer Rückforderungsanträge in bar ausgezahlt. Im aktuellen Monat sind es laut informierten Kreisen nur noch 12 Prozent.

Wie Private-Credit-Fonds Rücknahmen regulieren

Private-Credit-Fonds gestatten üblicherweise die Rücknahme von bis zu 5 Prozent ihrer Anteile pro Quartal. Diese Schwelle soll Notverkäufe illiquider Vermögenswerte verhindern und die Stabilität des Fonds sichern. Überschreiten die Rückgabewünsche der Anleger dieses Niveau, werden die Auszahlungen in der Regel anteilig vorgenommen – die Kunden müssen dann oft mindestens ein weiteres Quartal warten, um den Restbetrag zu erhalten.

Genau hier liegt das strukturelle Problem: Sobald ein Fonds beginnt, Rücknahmen zu begrenzen, drängen tendenziell noch mehr Anleger zum Ausstieg. Dieser Dominoeffekt macht es für alle Beteiligten schwieriger, ihr gesamtes Kapital zurückzuerhalten. Es entsteht eine sich selbst verstärkende Spirale aus Misstrauen und Liquiditätsdruck.

Branchenweite Warnsignale häufen sich

Eine ähnliche Dynamik zeichnet sich seit Kurzem in der gesamten Private-Credit-Branche ab. Als Hauptursachen gelten die sich verschlechternde Kreditperformance im vergangenen Jahr sowie die Sorge vor künftigen Zahlungsausfällen. Besonders im Fokus stehen dabei Softwareunternehmen, die durch den Aufstieg der künstlichen Intelligenz verdrängt werden könnten.

Die Flucht wohlhabender Anleger aus solchen Fonds setzt die gesamte Branche unter erheblichen Druck. Für deutsche Privatanleger, die in ähnliche semiliquide Vehikel investiert haben oder dies planen, ist der Fall LENDX ein klares Warnsignal: Die versprochene Liquidität kann in Stressphasen erheblich eingeschränkt sein – und die Wartezeit auf das eigene Kapital kann weit länger dauern als ursprünglich angenommen.

Der Fall zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, die Rücknahmekonditionen und Liquiditätsrisiken von Private-Credit-Fonds vor einer Investition genau zu prüfen. Was in ruhigen Marktphasen als attraktive Renditemöglichkeit erscheint, kann sich in turbulenten Zeiten als langfristige Kapitalfalle entpuppen.

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