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Private Credit: Buchverluste bei BDCs weiten sich deutlich aus

Eine Reuters-Analyse zeigt wachsende Buchverluste bei Private-Credit-Kreditgebern – Kreditqualität verschlechtert sich, Abflüsse nehmen zu.

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Private Credit: Buchverluste bei BDCs weiten sich deutlich aus

Die Buchverluste im Private-Credit-Sektor haben sich im ersten Quartal 2026 spürbar ausgeweitet. Eine Reuters-Analyse von 51 Business Development Companies (BDCs) – börsennotierte Investmentvehikel, die Kredite an mittelständische Unternehmen vergeben – ergab, dass die aggregierten nicht realisierten Verluste 2,35% des Nettoinventarwerts entsprachen. Dies markiert den stärksten vierteljährlichen Rückgang seit dem zweiten Quartal 2022.

Die Ergebnisse unterstreichen die wachsenden Marktsorgen rund um die Rentabilität des Sektors sowie die Risiken durch KI-Disruptionen. Analysten von BofA Global Research bestätigen das Bild: Sie sprechen von einer „moderaten, aber unverkennbaren Verschlechterung der Kreditqualität" im gesamten BDC-Sektor, während das verwaltete Vermögen (Assets under Management, AuM) kaum noch wachse.

Schwächere Fundamentaldaten und steigende Verschuldung

Die Fundamentaldaten in den Portfolios der BDCs haben sich laut BofA-Analysten merklich verschlechtert. Die untersuchten Unternehmen verzeichneten häufiger Gewinnrückgänge als Zuwächse, zudem berichteten sie von einer stabilen bis steigenden Verschuldung sowie uneinheitlichen Deckungskennzahlen – also dem Verhältnis von Erträgen zu Zinslasten.

„Für Anleger spricht dies gegen Selbstzufriedenheit: Die Alterung der Portfolios und das verlangsamte AUM-Wachstum werden unserer Ansicht nach im Laufe der Zeit wahrscheinlich mehr zugrunde liegende Belastungen offenlegen", warnten die BofA-Analysten in einer Einschätzung.

Ein weiteres Warnsignal liefert die Entwicklung sogenannter Payment-in-Kind-Zinsen (PIK). Dabei handelt es sich um Zinszahlungen, die Kreditnehmer nicht in bar leisten, sondern dem Schuldenstand hinzufügen – ein Mechanismus, der auf finanziellen Stress hindeuten kann. Reuters stellte fest, dass sich die identifizierbaren PIK-Zinserträge im ersten Quartal auf insgesamt rund 477 Millionen US-Dollar beliefen. Das entspricht einem Anstieg von 2% gegenüber dem Vorquartal, liegt jedoch noch unter dem Höchststand von Anfang 2025 von rund 633 Millionen US-Dollar.

EZB sieht kein systemisches Risiko für die Eurozone

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hat sich in dieser Woche zu den Entwicklungen im Private-Credit-Markt geäußert. In einem aktuellen Bericht erklärte die Bank, dass der Eurozone kein systemisches Risiko durch die jüngsten Turbulenzen drohe. Dennoch seien einige Bereiche des Finanzsystems exponiert, und gewisse Spannungen könnten bereits sichtbar sein.

Besonders besorgniserregend ist laut EZB die Entwicklung bei den Zinszahlungen: „Die Fähigkeit von durch Private Credit finanzierten Unternehmen im Euroraum, Zinszahlungen aus dem operativen Cashflow zu leisten, hat sich in den letzten Jahren verschlechtert", so die Bank. Dieser Trend zeige sich auch bei Unternehmen, die sich über Leveraged Loans und Hochzinsanleihen finanzieren – nicht jedoch bei Unternehmen, die auf klassische Bankkredite angewiesen sind.

Apollo-Präsident erwartet weitere Abflüsse

Auf der Anlegerseite zeichnet sich ebenfalls ein beunruhigendes Bild ab. Jim Zelter, Präsident von Apollo Global Management, einem der größten Akteure im Private-Credit-Markt, erwartet, dass wohlhabende Privatpersonen weiterhin versuchen werden, ihr Kapital aus bestimmten Private-Credit-Fonds abzuziehen. Bereits in den vergangenen Monaten sei es zu Abflüssen aus diesen Vehikeln gekommen.

„Ich glaube nicht, dass das eine einmalige Sache war", sagte Zelter auf der Bernstein Strategic Decisions Conference in New York mit Blick auf die Rücknahmen. Zwar sei die zugrunde liegende Performance der Fonds im März, April und Mai „solide" gewesen, doch erwarte er keinen „dramatischen Rückgang" bei der Rate der Ausstiegswünsche. Manager solcher Fonds bieten in der Regel an, bis zu 5% des Fondsvolumens pro Quartal zurückzukaufen.

Zelter fügte hinzu, es könne „sogar einen leichten Anstieg geben, wenn die Leute versuchen, das System auszunutzen", und betonte: „Wir haben die Turbulenzen noch nicht überstanden." Für deutsche Privatanleger, die in Private-Credit-Produkte investiert sind oder dies erwägen, unterstreichen diese Entwicklungen die Bedeutung einer sorgfältigen Risikoprüfung in einem Segment, das in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist.

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