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Nicht realisierte Verluste bei US-Private-Credit-Anbietern weiten sich aus

Eine Reuters-Analyse zeigt: Die aggregierten nicht realisierten Verluste bei BDCs erreichten im ersten Quartal 2026 den höchsten Stand seit 2022.

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Nicht realisierte Verluste bei US-Private-Credit-Anbietern weiten sich aus

Private Credit gerät zunehmend unter Druck. Höhere Kreditkosten belasten mittelständische Unternehmen, und Investoren richten ihren Blick verstärkt auf Bewertungen, Zahlungsausfälle sowie Rücknahmeanträge bei nicht börsennotierten Anlagevehikeln. Der Sektor, der in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, sieht sich nun mit einer wachsenden Zahl kritischer Beobachter konfrontiert.

Eine Analyse der Nachrichtenagentur Reuters, die 51 sogenannte Business Development Companies (BDCs) umfasste, liefert nun konkrete Zahlen zu dieser Entwicklung. Die aggregierten nicht realisierten Verluste beliefen sich im ersten Quartal 2026 auf 2,35 Prozent des Nettoinventarwerts (NAV). Das ist die stärkste vierteljährliche Belastung seit dem zweiten Quartal 2022 – einem Zeitraum, der von starken Zinserhöhungen und erheblicher Marktvolatilität geprägt war.

Was sind Business Development Companies?

BDCs sind börsennotierte oder nicht börsennotierte Investmentgesellschaften, die sich auf die Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen spezialisiert haben. Sie gelten als wichtige Säule des Private-Credit-Marktes und bieten Anlegern Zugang zu einer Anlageklasse, die traditionell institutionellen Investoren vorbehalten war. Für deutsche Privatanleger sind BDCs vor allem als Vergleichsmaßstab für hiesige Private-Debt-Fonds relevant.

Die Abschreibungen erfolgten vor dem Hintergrund weiterhin hoher Zinserträge aus sogenannten Payment-in-Kind-Zahlungen (PIK). Bei PIK-Strukturen erhalten Kreditgeber ihre Zinsen nicht in bar, sondern in Form zusätzlicher Schuldtitel – ein Zeichen dafür, dass Kreditnehmer unter Liquiditätsdruck stehen. Laut der Reuters-Analyse waren diese PIK-Erträge zuletzt jedoch rückläufig gegenüber früheren Niveaus.

Wachsende Sorgen um Bewertungen und Ausfälle

Der Anstieg der nicht realisierten Verluste spiegelt die Herausforderungen wider, mit denen mittelständische Unternehmen im aktuellen Zinsumfeld konfrontiert sind. Höhere Finanzierungskosten schmälern die Margen und erhöhen das Ausfallrisiko – ein Umstand, der Investoren zunehmend beunruhigt. Besonders im Fokus stehen dabei die Bewertungsmethoden, da Private-Credit-Anlagen nicht täglich am Markt bewertet werden wie börsennotierte Wertpapiere.

Zusätzlich beobachten Marktteilnehmer verstärkt Rücknahmeanträge bei nicht börsennotierten Anlagevehikeln. Solche Rücknahmen können Fonds unter Druck setzen, Positionen zu ungünstigen Konditionen aufzulösen, was die Verluste weiter verstärken könnte. Die Kombination aus steigenden nicht realisierten Verlusten, rückläufigen PIK-Erträgen und erhöhten Rücknahmeanfragen zeichnet ein vorsichtiges Bild für den Sektor.

Für Anleger, die in Private-Credit-Produkte investiert sind oder dies erwägen, unterstreichen die Reuters-Daten die Bedeutung einer sorgfältigen Prüfung von Bewertungsansätzen und Portfolioqualität. Der Vergleich mit dem zweiten Quartal 2022 – dem bisherigen Hochpunkt der Belastungen – verdeutlicht, dass der aktuelle Druck auf BDCs historisch bedeutsam ist und eine aufmerksame Beobachtung des Sektors rechtfertigt.

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