Preiskampf in Großbritannien: Aldi hält Kurs
Britische Supermärkte reagieren mit Preisaktionen, doch Aldi bleibt Marktführer bei günstigen Angeboten

Der Discounter Aldi befindet sich in Großbritannien in einem intensiven Preiskampf mit den traditionellen Supermarktketten. Im vergangenen Jahr erreichte Aldi UK einen Rekordumsatz von 17,9 Milliarden Pfund, was etwa 21,2 Milliarden Euro entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz um 16 Prozent. Die Gewinne vor Steuern wuchsen von 152,6 Millionen Pfund auf 536,7 Millionen Pfund an. Trotz dieser positiven Entwicklung verzeichnete Aldi in diesem Jahr zeitweise einen leichten Rückgang des Marktanteils. Dies liegt unter anderem daran, dass die etablierten britischen Supermärkte wie Tesco, Sainsbury's, Asda und Morrisons sogenannte „Aldi Price Match“-Angebote eingeführt haben. Bei diesen Angeboten wird den Kunden suggeriert, dass bestimmte Produkte zum gleichen Preis wie bei Aldi erhältlich sind.
Aldi UK plant, die Preise weiter zu senken, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Giles Hurley, Geschäftsführer von Aldi für Großbritannien und Irland, kündigte an, dass es vor Weihnachten noch weitere Preissenkungen geben werde. Dies geht mit Investitionen in das Unternehmen einher. Experten wie Stephan Rüschen, Professor für Lebensmittelhandel an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg, halten die „Aldi Price Match“-Strategie der britischen Supermärkte jedoch für problematisch. Rüschen argumentiert, dass durch die Platzierung solcher Schilder in den Supermärkten die Position von Aldi als Preisführer bestätigt werde. Seiner Meinung nach sei es nicht sinnvoll, die Kommunikation so zu gestalten, dass sie die Konkurrenz indirekt stärke.
Während in Deutschland solche „Aldi Price Match“-Schilder nicht zu finden sind, herrscht auch dort eine starke Preisorientierung auf Aldi. Viele Einzelhändler passen regelmäßig ihre Preise an den Discounter an, selbst bei Markenprodukten wie Nutella. Dies zeigt, wie dominant Aldi im Bereich der günstigen Preise ist und welchen Einfluss das Unternehmen auf die gesamte Handelslandschaft ausübt. Statt auf Preisgleichheit hinzuweisen, kommunizieren deutsche Händler eher die große Anzahl an Discount-Artikeln und vermitteln den Kunden dadurch, dass ein Gang zum Discounter nicht notwendig sei.
Großbritannien stellt nach Deutschland und den USA den drittwichtigsten Markt für Aldi dar. Der Discounter hält auf der Insel inzwischen einen Marktanteil von zehn Prozent und hat sich damit als drittgrößter Supermarkt etabliert. Auf Platz vier folgt der Konkurrent Lidl mit einem Marktanteil von gut acht Prozent.
