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Preisanstiege bei Markenherstellern

Analyse der Auswirkungen der Preiserhöhungen auf Verbraucher und Unternehmen in Deutschland

2 Min
Preisanstiege bei Markenherstellern

Die Preise für Lebensmittel und Kosmetikprodukte steigen in Deutschland weiterhin, obwohl die Inflation sich leicht abschwächt. Laut einer Handelsblatt-Umfrage planen viele führende Lebensmittel- und Kosmetikkonzerne, weitere Preiserhöhungen im Handel durchzusetzen. Dieser Trend begann mit Coca-Cola, der Anfang September bereits Preiserhöhungen im einstelligen Prozentbereich umsetzte. Andere Hersteller wie Unilever und Procter & Gamble ziehen nach, wobei Nestlé moderatere Erhöhungen in Betracht zieht.

Global betrachtet haben Markenhersteller bereits in der ersten Jahreshälfte 2023 ihre Preise drastisch angehoben. Laut Bilanzauswertungen des Handelsblatt Research Institute sind Produkte von Pepsico im Durchschnitt um 38 Prozent teurer als Mitte 2019, Mondelez hat die Preise um 29 Prozent erhöht, Unilever um 22 Prozent und Nestlé um 18 Prozent.

Obwohl die Preisanstiege in Deutschland aufgrund der stärkeren Verhandlungsposition des Handels wahrscheinlich geringer sind, werfen Verbraucherschützer und Politiker den Herstellern vor, "Gierflation" zu betreiben und ihre Gewinne durch überhöhte Preise zu steigern. Einzelhändler fordern Preissenkungen angesichts gesunkener Einkaufskosten.

Hersteller argumentieren, dass gestiegene Kosten für Rohstoffe und Logistik sie zu Preiserhöhungen zwingen. Die Auswirkungen dieser Preissteigerungen sind nicht sofort spürbar, da die Hersteller einige Zeit benötigen, um die Mehrkosten an den Handel weiterzugeben.

Insgesamt können Verbraucher eine Abschwächung des Preisanstiegs erwarten, jedoch keine breit angelegten Preissenkungen. Markenhersteller könnten vermehrt Sonderangebote nutzen, um Listenpreise nur geringfügig zu senken. Diese Preispolitik birgt jedoch das Risiko, dass Kunden zu preisgünstigeren Handelsmarken wechseln, da sie sich nicht mehr so stark an Marken gebunden fühlen.

Trotz der Preiserhöhungen haben viele Markenhersteller höhere Gewinne erzielt. Mondelez verzeichnete einen Anstieg von 40 Prozent, Pepsico steigerte sein Ergebnis um fast 33 Prozent. Procter & Gamble und Henkel hingegen erreichten nicht ihre Vorkrisengewinne, was sie auf gestiegene Kosten zurückführen.

Es gibt jedoch keine Anzeichen für eine "Gierflation". Das Verhältnis von Umsatz zu Gewinn (Ebit-Marge) liegt bei vielen Herstellern noch unter dem Niveau von Mitte 2019. Die meisten Hersteller betonen, dass sie Preisanpassungen verantwortungsbewusst handhaben und Kosten nur teilweise weitergeben. Die Regierung in Deutschland mischt sich im Gegensatz zu Frankreich nicht aktiv in die Preisgestaltung im Supermarkt ein, da der starke Wettbewerb zwischen Herstellern und Händlern niemandem erlaubt, sich übermäßig zu bereichern.

PreiserhöhungInflationDeutschlandEinzelhandel

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