Pre-IPO-Fonds: Anleger warnen vor Risiken bei SpaceX-Investments
Nach dem SpaceX-Börsengang berichten zahlreiche Investoren von Frustration und möglichen Verlusten im siebenstelligen Bereich.

Nach dem Börsengang von SpaceX im Juni warten viele Anleger, die über spezielle Fonds in das Unternehmen investiert hatten, noch immer vergeblich auf ihre Auszahlungen. Ein Bericht des Wall Street Journal schilderte den Fall von Ram Rupireddy, einem Investor, der seit seinem Investment im Jahr 2020 in einen SpaceX-Fonds noch immer versucht zu klären, was mit seinem Geld geschehen ist. Der Fall hat offenbar viele Betroffene aus der Reserve gelockt.
Zahlreiche Leser meldeten sich daraufhin beim Wall Street Journal und schilderten ähnliche Erfahrungen. Die Reaktionen reichten von Frustration und Verzweiflung bis hin zur bitteren Erkenntnis, dass die erhofften Gewinne – in einigen Fällen im siebenstelligen Bereich – möglicherweise verloren sind. „Es war eine lehrreiche Erfahrung", fasste ein betroffener Leser seine Situation zusammen.
Was sind SPVs und warum sind sie riskant?
Im Mittelpunkt der Kritik stehen sogenannte Zweckgesellschaften, auf Englisch Special Purpose Vehicles (SPV). Diese Vehikel werden genutzt, um Investorengelder zu bündeln und in vorbörsliche Anteile von Unternehmen zu investieren – also in Aktien, die noch nicht an einer öffentlichen Börse gehandelt werden. Das Versprechen: Anleger sollen von der Wertsteigerung profitieren, bevor ein Unternehmen an die Börse geht. Die Realität kann jedoch deutlich komplizierter sein.
Die Besorgnis über solche SPVs ist nach dem SpaceX-Börsengang besonders groß – und wächst weiter im Vorfeld der erwarteten Börsengänge der KI-Unternehmen Anthropic und OpenAI. Beide Firmen gelten als heiße Kandidaten für künftige IPOs und ziehen entsprechend viele vorbörsliche Investmentangebote nach sich.
Warnsignale, die Anleger erkennen sollten
Bharat Bhatt aus Columbus im US-Bundesstaat Ohio berichtete, wie er einem solchen Angebot aus dem Weg gegangen ist. Nachdem ein Anbieter signalisiert hatte, auch 25.000 US-Dollar statt der ursprünglich geforderten 50.000 US-Dollar zu akzeptieren, wurde er misstrauisch. Weitere Warnsignale folgten: Der SPV-Betreiber akzeptierte ausschließlich Banküberweisungen, und ein Anbieter war sogar bereit, sein Geld noch nach Ablauf der offiziellen Teilnahmefrist entgegenzunehmen.
„Es klang verdächtig, und ich habe das Angebot nicht angenommen", sagte Bhatt. Er stellte zudem die kritische Frage, ob Investoren die vollständigen Offenlegungsdokumente solcher Vermittler überhaupt lesen – ein Punkt, der für deutsche Privatanleger ebenso relevant ist wie für amerikanische.
Für deutsche Anleger, die an Pre-IPO-Investments interessiert sind, unterstreichen diese Berichte die Notwendigkeit größter Sorgfalt. Angebote, die Mindestinvestitionssummen kurzfristig senken, ausschließlich auf Banküberweisungen bestehen oder Fristen großzügig verlängern, sollten als ernsthafte Warnsignale gewertet werden. Eine unabhängige rechtliche und finanzielle Prüfung vor jeder Investition in solche Strukturen ist unerlässlich.
