Prada kauft Versace für 1,25 Milliarden Euro
Italienischer Modekonzern stärkt Position im globalen Wettbewerb und holt neuen Kreativchef an Bord

Das italienische Modehaus Versace wird künftig Teil des Prada-Konzerns. Wie das Unternehmen in Mailand mitteilte, wurde die Übernahme nach mehrmonatigen Verhandlungen beschlossen. Der Kaufpreis liegt bei 1,25 Milliarden Euro. Der Markenname Versace bleibt bestehen. Das Modehaus war bislang im Besitz von Capri Holdings aus den USA, zu dessen Portfolio unter anderem auch Michael Kors und Jimmy Choo gehören. Prada selbst vereint neben seiner Hauptmarke auch die Labels Miu Miu und Church’s unter einem Dach.
Hintergrund der Übernahme ist das Ziel, sich im globalen Wettbewerb mit anderen Luxuskonzernen besser zu behaupten. Insbesondere soll die Position gegenüber der französischen Unternehmensgruppe LVMH gestärkt werden. Medienberichten zufolge hatte es im Vorfeld der Einigung mehrere Hürden gegeben. Auch die früheren Strafzölle der USA unter Präsident Donald Trump waren Thema in den Gesprächen. Mit dem Abschluss des Geschäfts wird in der zweiten Jahreshälfte gerechnet, die Zustimmung der zuständigen Behörden gilt als wahrscheinlich.
Versace wurde 1978 von Gianni Versace gegründet. Der Designer wurde 1997 ermordet. Seine Schwester Donatella hatte nach seinem Tod die kreative Leitung des Hauses übernommen. Sie gab diese Position vor einem Monat auf und fungiert nun als Chief Brand Ambassador. Neuer Kreativchef ist Dario Vitale, der zuvor für Miu Miu tätig war.
Prada wurde bereits im Jahr 1913 gegründet und ist somit deutlich älter als Versace. Internationale Bekanntheit erreichte die Marke unter anderem durch den Film „Der Teufel trägt Prada“. Konzernchef Patrizio Belli erklärte, dass das Erbe von Gianni Versace bewahrt und dessen Ästhetik neu interpretiert werden solle. Die Kombination aus beiden Marken gilt als Zusammenschluss zweier bedeutender Akteure der italienischen Modebranche.
Versace betreibt weltweit über 200 eigene Filialen. Darüber hinaus ist die Marke in mehr als 600 weiteren Geschäften vertreten. Zum Angebot gehören neben Bekleidung auch Schuhe, Taschen, Accessoires sowie Parfüms. Der ursprünglich genannte Kaufpreis von 1,5 Milliarden Euro wurde im Zuge der Verhandlungen nach unten angepasst. Die italienische Presse spricht von einer Einigung der beiden führenden Häuser der nationalen Modewelt.
