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Powell bringt Börsen in Bewegung

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Powell bringt Börsen in Bewegung

Die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell in Jackson Hole hat an den Finanzmärkten für spürbare Bewegung gesorgt. Anleger reagierten erleichtert darauf, dass Powell die Möglichkeit einer baldigen Zinssenkung ins Spiel brachte. Während der DAX zum Ende der Handelswoche leicht zulegte, erreichte der Dow Jones ein neues Rekordhoch. Die Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung wurde damit zu einem zentralen Impuls für die Börsenentwicklung.

Der deutsche Leitindex schloss am Freitag 0,29 Prozent höher bei 24.363 Punkten. Zuvor hatte er sich lange Zeit nahe dem Vortagesschlusskurs bewegt. Unterstützung erhielt der Markt von der Wall Street, wo die Indizes wesentlich deutlicher anzogen. Der MDAX der mittelgroßen Werte legte um 1,09 Prozent auf 31.010 Zähler zu. Damit bleibt der Blick der Marktteilnehmer auf die Widerstandsmarken gerichtet: Während die 24.000 Punkte als wichtige Unterstützung gelten, rückt nun die Schwelle von 24.500 Punkten in den Fokus. Sollte diese durchbrochen werden, wäre das Rekordhoch von 24.639 Punkten in Reichweite.

Powell stellte in seiner Rede eine Leitzinssenkung im September in Aussicht und sprach von wachsenden Risiken für den Arbeitsmarkt. Zugleich warnte er vor einer anhaltenden Inflationsdynamik, die insbesondere durch neue Zölle verstärkt werden könnte. Er betonte, die Notenbank müsse diese Risiken abwägen und entsprechend vorsichtig handeln. Damit erfüllte er die Erwartungen vieler Anleger, die schon zuvor mit einer ersten Zinssenkung im Herbst gerechnet hatten.

Auch am Devisenmarkt waren die Auswirkungen spürbar. Der Euro legte nach der Rede kräftig zu und stieg um mehr als einen Cent über die Marke von 1,17 Dollar. Noch am Morgen war die Gemeinschaftswährung auf 1,1587 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs bei 1,1608 Dollar fest. Die schwächeren Konjunkturdaten aus Deutschland, wonach die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal stärker geschrumpft war als bisher angenommen, hinterließen dagegen zunächst keine Spuren.

In den USA sorgten die Signale der Notenbank für deutlich mehr Euphorie. Der Dow Jones kletterte zwischenzeitlich auf 45.691 Punkte und markierte damit ein neues Allzeithoch. Auch die anderen großen Indizes gewannen zwischen 1,6 und 2,0 Prozent. Besonders gefragt waren die Aktien von Boeing, die nach Spekulationen über eine Großbestellung aus China um 2,8 Prozent stiegen. Zudem überraschte Zoom mit einem starken Quartalsbericht und einem positiven Ausblick, was die Aktie um mehr als zehn Prozent nach oben trieb.

Auf dem deutschen Markt setzten Rüstungswerte ihre Erholung fort. Rheinmetall, Renk und Hensoldt verzeichneten Zugewinne, nachdem die Citigroup ihre Verkaufsempfehlungen für einzelne Werte zurückgezogen hatte. Unter Druck geriet hingegen die Commerzbank, deren Anteil an der polnischen Tochter mBank die Aktie in Folge geplanter Steuererhöhungen im Nachbarland belastete.

Weitere Schlagzeilen lieferten Unternehmen abseits der Börse. DHL kündigte an, den Paketversand in die USA aufgrund neuer Zollvorschriften stark einzuschränken. Nur noch als Geschenke deklarierte Sendungen mit einem Wert von bis zu 100 Dollar sollen befördert werden. Zudem bat Adidas indigene Vertreter in Mexiko nach Kritik an einem Sandalen-Design öffentlich um Entschuldigung.

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