Postbank schließt 230 Filialen bis 2026
Schließungen betreffen vor allem kleinere Städte und ländliche Regionen in ganz Deutschland

Die Postbank plant, bis Ende 2026 insgesamt 230 ihrer 550 Filialen zu schließen. Bis zum Jahresende 2024 sollen bereits 78 Standorte geschlossen werden, wobei vor allem Filialen in kleineren Städten betroffen sind. Der CEO des Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank und Postbank in Deutschland, Dominik Hennen, erklärte, dass viele Schließungen zum Jahresende erfolgen werden. Eine vollständige Liste der betroffenen Standorte ist bereits bekannt, und es wird erwartet, dass weitere 150 Filialen in den kommenden Jahren ebenfalls geschlossen werden.
In diesem Jahr wurden bereits 16 Standorte in Nordrhein-Westfalen sowie mehrere in anderen Bundesländern wie Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg geschlossen. Ein großer Teil der Schließungen betrifft kleinere Städte mit einer Bevölkerung von weniger als 50.000 Einwohnern, etwa in Alzey, Sondershausen oder Bad Segeberg. In größeren Städten wie Berlin und Hamburg fielen jeweils mehrere Filialen, jedoch in deutlich geringerer Zahl. In einigen Fällen zieht sich die Postbank vollständig aus Städten wie Dingolfing oder Kamp-Lintfort zurück. Auch mittelgroße Städte wie Aalen und Solingen sind von den Schließungen betroffen.
Besonders problematisch für Kunden aus ländlicheren Gebieten könnte die Schließung von Filialen sein, da sie nun längere Anfahrtswege in Kauf nehmen müssen. Ein Beispiel dafür ist die Stadt Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern, deren Kunden künftig eine 47 Kilometer entfernte Filiale in Rostock ansteuern müssen. Zudem hat die Postbank auch ihre Post-Partnerfilialen, die Finanzdienstleistungen anboten, zur Schließung vorgesehen. Diese Filialen, die vor allem in kleinen Gewerben wie Schreibwarenläden untergebracht waren, sollen ihre Finanzaktivitäten bis Ende 2025 einstellen.
Trotz der spürbaren Auswirkungen der Filialschließungen gab es laut Hennen bislang nur wenige Beschwerden von Kunden. Der Großteil der Schließungen fand jedoch erst kürzlich statt, sodass möglicherweise in Zukunft mehr kritische Rückmeldungen zu erwarten sind. Die Postbank setzt darauf, den betroffenen Kunden digitale Alternativen wie Telefon- und Videoberatung oder eine App anzubieten. Zusätzlich wurde ein neuer Service eingeführt, der es Kunden ermöglicht, bis zu 999 Euro pro Tag gebührenfrei in Supermärkten oder Drogerien abzuheben.
