Porsche verzeichnet drastischen Gewinneinbruch
Hohe Kosten, schwaches China-Geschäft und Konzernumbau belasten das Ergebnis

Der Sport- und Geländewagenbauer Porsche hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Gewinneinbruch verzeichnet. Das Konzernergebnis fiel im Jahresvergleich um 30,3 Prozent auf rund 3,6 Milliarden Euro. Im Jahr 2023 hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von etwa 5,2 Milliarden Euro erzielt. Der starke Rückgang wird vor allem auf hohe Kosten und eine schwache Absatzentwicklung in China zurückgeführt. Trotz des Gewinneinbruchs soll die Dividende stabil bleiben. Der Hauptversammlung werden wie im Vorjahr 2,31 Euro je stimmrechtsloser Vorzugsaktie und 2,30 Euro je Stammaktie vorgeschlagen. Analysten hatten im Vorfeld mit einer kürzeren Ausschüttung gerechnet.
Die schwierige Lage des Unternehmens zeigt sich insbesondere in den gesunkenen Auslieferungszahlen. Im Jahr 2024 lieferte Porsche etwa 310.700 Fahrzeuge aus, was einem Rückgang von drei Prozent entspricht. Besonders dramatisch fiel der Absatz in China, wo die Auslieferungen um 28 Prozent sanken. Der Umsatz ging um 1,1 Prozent zurück und lag bei etwas mehr als 40 Milliarden Euro. Auch das operative Ergebnis war betroffen: Der Gewinn im Tagesgeschäft schrumpfte um fast 23 Prozent auf 5,64 Milliarden Euro. Damit sank die operative Rendite von 18,0 Prozent im Vorjahr auf 14,1 Prozent. Porsche entfernt sich damit weiter von seinem langfristigen Ziel einer Rendite von über 20 Prozent.
Der neue Finanzvorstand Jochen Breckner erklärte, dass die umfangreiche Neuausrichtung des Unternehmens und anhaltende Investitionen auch im laufenden Geschäftsjahr das Ergebnis belasten werden. Dennoch betonte er die finanzielle Stabilität von Porsche und hob hervor, dass das Unternehmen auch in herausfordernden Zeiten hochprofitabel bleibe. Langfristig halte Porsche an dem Renditeziel von 20 Prozent fest, mittelfristig werde eine Spanne von 15 bis 17 Prozent angestrebt.
In den vergangenen Wochen gab es mehrere Umstrukturierungsmaßnahmen im Konzern. Im Februar wurde ein Umbau des Vorstands bekannt gegeben. Der langjährige Finanzvorstand Lutz Meschke sowie Vertriebsvorstand Detlev von Platen mussten das Unternehmen verlassen. Zudem kündigte Porsche eine Anpassung seiner Strategie an, die auch eine stärkere Investition in Verbrennungsmotoren und Plug-in-Hybride vorsieht. Bis 2029 sollen zudem rund 1.900 Stellen im Stammwerk Zuffenhausen und im Entwicklungszentrum Weissach gestrichen werden.
Für das laufende Jahr plant Porsche Investitionen in Höhe von etwa 800 Millionen Euro. Ziel ist es, mit neuen Modellen und einem Sparprogramm die Ertragslage zu verbessern. Konzernchef Oliver Blume rechnet jedoch mit einem weiteren Absinken der operativen Marge auf zehn bis zwölf Prozent. Der Umsatz soll sich zwischen 39 und 40 Milliarden Euro bewegen. Auch die Konzernmutter Volkswagen hatte kürzlich ihre Zahlen veröffentlicht und musste für 2024 einen Gewinnrückgang von knapp 31 Prozent hinnehmen.
