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Porsche betritt den E-Bike-Markt

Neue Antriebe und eigene Modelle für den Milliardenmarkt der Elektrofahrräder

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Porsche betritt den E-Bike-Markt

Porsche, bekannt für seine Sportwagen, setzt nun auf den schnell wachsenden E-Bike-Markt und entwickelt unter Hochdruck einen neuen Antrieb sowie eigene Elektrofahrräder. Jan Becker, Chef der Porsche eBike Performance GmbH, bestätigt, dass dies ein für Porsche relevantes Geschäft werden soll. Für einen Konzern, der zuletzt 40 Milliarden Euro Umsatz erzielte, ist dies eine gewaltige Aufgabe. Porsche verfolgt dabei eine andere Strategie als die Konkurrenz. Während Unternehmen wie Bosch, Brose, Mahle oder Shimano sich als Zulieferer der Radhersteller positionieren, plant Porsche sowohl Motoren an andere Radhersteller zu verkaufen als auch eigene E-Bikes unter der Marke Porsche anzubieten.

Porsche hat vor zwei Jahren das Start-up Fazua übernommen, das sich auf leichte und im Rahmen kaum sichtbare Elektroantriebe spezialisiert hat. Diese Motoren werden weiterhin in Ottobrunn bei München produziert und unter dem Namen Fazua vertrieben. Vom ehemaligen Stammsitz von Fazua aus führt Becker nun die E-Bike-Division von Porsche, die derzeit 350 Beschäftigte zählt. Porsche wird damit gleichzeitig Lieferant und Mitbewerber. Die Resonanz auf den Porsche-Motor ist laut Becker positiv, konkrete Projekte wurden bereits mit potenziellen Kunden vereinbart, jedoch ohne namentliche Nennung.

Die bestehenden Fazua-Antriebe werden von namhaften Radherstellern wie Canyon, Haibike und Trek verwendet. Nun arbeiten die Ingenieure an einem völlig neuen Motor, der sich an den Sportwagen von Porsche orientiert und sowohl leistungsstark als auch leicht sein soll. Um den technologischen Fortschritt weiter voranzutreiben, hat Porsche zudem das kroatische Unternehmen Greyp übernommen, das die dazugehörige Software liefert. In ihren Anfängen als Seniorenräder verschrien, sind E-Bikes mittlerweile bei Jung und Alt beliebt. Der Industrieverband ZIV berichtet, dass im vergangenen Jahr erstmals mehr Elektroräder als klassische Modelle verkauft wurden.

In Deutschland stehen laut ZIV rund 84 Millionen Fahrräder in den Garagen, davon etwa elf Millionen E-Bikes. Eine Marktsättigung ist nicht in Sicht, da der Trend zum Zweit- oder Drittrad geht. Trotz des Booms während der Pandemie und der anschließenden Marktschwierigkeiten, bleibt die Nachfrage nach E-Bikes hoch. Hersteller wie Van Moof mussten Insolvenz anmelden, und auch einzelne Händler gingen pleite. Die Internetplattform Fahrrad.de wurde durch den Zusammenbruch des Immobilien-Imperiums von René Benko mitgerissen, und beim börsennotierten Radhändler Bike24 ging der Umsatz im ersten Quartal um elf Prozent zurück.

Derzeit bietet Porsche E-Bikes an, die von einem Partner, dem Radhersteller Rotwild, stammen und mit Motoren von Shimano ausgestattet sind. Diese elektrischen Mountainbikes kosten zwischen 9000 und 14.000 Euro und positionieren sich im Luxussegment, ähnlich wie die Sportwagen von Porsche. In zwei Jahren sollen die ersten selbst produzierten Modelle auf den Markt kommen und etwa 10.000 Euro kosten. Die Marke Porsche ist auch bei den E-Bikes eine Verpflichtung, daher wird vorab ausgiebig getestet. Anfangs will sich Porsche auf elektrische Mountainbikes konzentrieren. Wo diese produziert werden, ist noch offen, jedoch sollen eigene Produktionslinien aufgebaut werden. Bei 25 Kilometer pro Stunde endet die Unterstützung durch den Antrieb, sodass der Fahrer bei höheren Geschwindigkeiten selbst kräftig in die Pedale treten muss.

PorscheE-Bike

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