Polnische Aufsicht genehmigt Einstieg der Erste Group
Kontrolle über Santander Bank Polska nach Milliarden-Deal gesichert

Die polnische Finanzaufsichtsbehörde KNF hat der Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an der Santander Bank Polska durch die österreichische Erste Group Bank AG zugestimmt. Die Entscheidung wurde am Mittwoch bekannt gegeben und stellt einen wichtigen Schritt für den Abschluss einer der größten grenzüberschreitenden Bankenübernahmen in Europa der vergangenen Jahre dar. Mit der Genehmigung der Aufsichtsbehörde kann die Transaktion wie geplant fortgeführt werden.
Im Rahmen der Vereinbarung verkauft die spanische Großbank Santander einen Anteil von 49 Prozent an ihrer polnischen Tochtergesellschaft an die Erste Group. Der Kaufpreis beläuft sich auf rund 6,8 Milliarden Euro. Durch den Erwerb erhält die Erste Group die Kontrolle über eines der bedeutendsten Kreditinstitute des polnischen Marktes und baut ihre Präsenz in Mittel- und Osteuropa weiter aus. Für Santander bedeutet der Schritt eine teilweise Reduzierung ihres Engagements in Polen bei gleichzeitiger Realisierung eines hohen Verkaufserlöses.
Die KNF erklärte, sie habe bei ihrer Entscheidung insbesondere die finanzielle Stärke des Investors, dessen bisherige Erfahrung im Finanzsektor sowie die von der Erste Group abgegebenen Verpflichtungen berücksichtigt. Nach Einschätzung der Behörde erfüllt der neue Mehrheitseigner alle regulatorischen Anforderungen und ist in der Lage, die Stabilität der Bank langfristig zu sichern. Damit sieht die Aufsicht keine Risiken für den polnischen Finanzmarkt oder für die Einlagen der Kunden.
Die Santander Bank Polska ist gemessen an den Vermögenswerten das drittgrößte Kreditinstitut des Landes und zählt zugleich zu den profitabelsten Banken in Polen. Das Institut profitiert von einem Umfeld vergleichsweise hoher Zinsen, die deutlich über dem Niveau der Eurozone liegen. Diese Rahmenbedingungen haben in den vergangenen Quartalen zu robusten Erträgen beigetragen.
Im dritten Quartal meldete die Bank einen Nettogewinn, der über den Erwartungen der Analysten lag. Das Ergebnis wurde vor allem durch ein Wachstum des Nettozinsertrags sowie höhere Einnahmen aus Gebühren und Provisionen gestützt. Der ausgewiesene Gewinn belief sich auf 1,89 Milliarden Zloty, während Marktexperten im Vorfeld mit einem geringeren Wert gerechnet hatten. Die Geschäftsentwicklung unterstreicht die starke Marktposition des Instituts und macht die Beteiligung für den neuen Mehrheitseigner wirtschaftlich attraktiv.
Mit dem Einstieg der Erste Group wird für die kommenden Monate eine engere strategische Einbindung der polnischen Bank in den Konzern erwartet. Die endgültige Umsetzung der Transaktion erfolgt nach Erfüllung weiterer formaler Schritte und Genehmigungen, wobei beide Seiten davon ausgehen, dass der Prozess planmäßig abgeschlossen werden kann.
