Pinterest streicht bis zu 15% der Stellen – Aktie bricht ein
Pinterest will bis zu 780 Arbeitsplätze abbauen, um mehr in künstliche Intelligenz zu investieren. Die Ankündigung sorgt an der Börse für Ernüchterung – die Aktie verliert fast 10 Prozent.

Die Social-Media-Plattform Pinterest plant einen massiven Stellenabbau von bis zu 15 Prozent ihrer Belegschaft. Bis zu 780 der insgesamt 5.205 Vollzeitmitarbeiter (Stand September 2024) sollen das Unternehmen verlassen. Mit den eingesparten Mitteln will Pinterest seine KI-Strategie vorantreiben.
Börse reagiert mit Kursverlusten
Die Reaktion der Investoren fiel deutlich negativ aus: Die Pinterest-Aktie verlor nach der Ankündigung fast 10 Prozent an Wert. Analysten sehen den Grund in der fehlenden Überzeugungskraft der KI-Strategie. "Ohne klare Kosteneinsparungen oder einen konkreten Weg zu KI-gesteuertem Umsatzwachstum wirken diese Kürzungen eher defensiv als strategisch", kommentiert Jeremy Goldman, Analyst bei Emarketer.
Harter Wettbewerb im Werbemarkt
Pinterest steht unter zunehmendem Druck im Kampf um Werbeeinnahmen. Konkurrenten wie TikTok sowie die Meta-Plattformen Facebook und Instagram machen dem Unternehmen das Leben schwer. Die Entlassungen sollen Pinterest helfen, sich strategisch neu aufzustellen und im KI-Bereich wettbewerbsfähig zu bleiben.
KI-Tools als Wachstumshoffnung
Das Unternehmen hat bereits erste KI-Anwendungen eingeführt: Der "Pinterest Assistant" liefert personalisierte Produktempfehlungen, während die Werbe-Suite "Performance+" Kampagnen automatisiert. Zusätzlich zu den Personalkürzungen will Pinterest kleinere Büroflächen schließen, die mit früheren Übernahmen zusammenhängen.
Restrukturierung mit hohen Kosten
Für die Umstrukturierung rechnet Pinterest mit Kosten vor Steuern zwischen 35 und 45 Millionen US-Dollar. Der Restrukturierungsplan soll bis Ende des dritten Quartals 2025 abgeschlossen sein.
KI als Vorwand für Entlassungen?
Danni Hewson, Leiterin der Finanzanalyse bei AJ Bell, sieht einen Trend: "Viele Unternehmen müssen den Investoren zeigen, dass sich ihre erheblichen Ausgaben für KI nicht nur lohnen, sondern dass sie auch an anderer Stelle Kürzungen vornehmen, um diese zu finanzieren." Auch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos wurde diskutiert, dass KI von einigen Unternehmen als Begründung für ohnehin geplante Entlassungen herangezogen wird.
Branchenweite Entlassungswelle
Pinterest reiht sich damit in eine Serie von Tech-Entlassungen ein. Erst letzte Woche kündigte der Design-Software-Hersteller Autodesk einen Stellenabbau von 7 Prozent an. Laut der Tracking-Website Layoffs.fyi wurden 2025 bereits über 123.000 Mitarbeiter bei 269 Tech-Unternehmen entlassen.
