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Peru: Linkskandidat Sanchez holt Ex-Minister für Wirtschaftsplan

Roberto Sanchez ernennt den moderaten Ökonomen Pedro Francke zum Leiter seines Wirtschaftsteams vor der Stichwahl im Juni.

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Peru: Linkskandidat Sanchez holt Ex-Minister für Wirtschaftsplan

Perus linksgerichteter Präsidentschaftskandidat Roberto Sanchez hat am Montag den ehemaligen Wirtschaftsminister Pedro Francke zum Leiter des Teams ernannt, das seinen Wirtschaftsplan ausarbeitet. Francke gilt als moderater Ökonom und war bereits 2021 und 2022 unter dem linken Ex-Präsidenten Pedro Castillo sechs Monate lang als Wirtschaftsminister tätig. Die Ernennung erfolgt wenige Wochen vor der Stichwahl am 7. Juni, in der Sanchez auf die konservative Favoritin Keiko Fujimori trifft.

Sanchez hatte sich erst am Freitag knapp seinen Platz in der Stichwahl gesichert. Die Auszählung der Ergebnisse der ersten Wahlrunde hatte einen Monat lang gedauert – verzögert durch logistische Probleme und Betrugsvorwürfe. Sein Aufstieg in den Umfragen hat Investoren zunehmend beunruhigt, da sein Programm weitreichende Eingriffe in die Wirtschaft vorsieht.

Bergbauverträge und Mindestlohnerhöhung im Fokus

Das technische Team unter Franckes Leitung soll sich laut Sanchez' Plan auf drei zentrale Vorhaben konzentrieren: eine geplante Überprüfung von Verträgen zur Ressourcenausbeutung, eine Erhöhung des Mindestlohns um 33 Prozent sowie eine Neufassung der peruanischen Verfassung. Besonders die angekündigte Überprüfung von Bergbauverträgen sorgt für Nervosität an den Finanzmärkten. Peru zählt zu den weltweit führenden Kupferproduzenten, und ausländische Investoren fürchten Einschränkungen ihrer Aktivitäten im Bergbausektor.

Francke hatte bereits während des Wahlkampfs von Ex-Präsident Castillo – ebenfalls gegen Fujimori – eine Schlüsselrolle bei der Beruhigung der Finanzmärkte gespielt. Seine Ernennung durch Sanchez dürfte daher als Signal an Investoren zu verstehen sein, dass der Kandidat einen gemäßigteren wirtschaftspolitischen Kurs anstrebt, als sein Programm auf den ersten Blick vermuten lässt.

Dem Wirtschaftsteam gehört laut Sanchez auch der Ökonom Oscar Dancourt an, der von 2001 bis 2005 als Direktor der peruanischen Zentralbank tätig war. Sanchez kündigte an, in den kommenden Tagen alle Mitglieder seines technischen Teams zusammen mit einem „Manifest und Plan" für die ersten 100 Regierungstage bekannt zu geben.

Sanchez distanziert sich von Oligopolen

Bei einem von der Schweizer Botschaft in Lima organisierten Forum über informellen Bergbau formulierte Sanchez seine wirtschaftspolitische Vision: „Wir brauchen eine starke, soziale Marktwirtschaft, keine Wirtschaft der Oligopole und Monopole." Er betonte zudem: „Wir sind eine wahrhaft volksnahe Regierung, die Rechte, die Wirtschaft, Ressourcen und die Justiz demokratisieren will."

Ob Francke im Falle eines Wahlsiegs von Sanchez auch als Wirtschaftsminister eingesetzt werden könnte, ließ der Kandidat offen. Er lehnte es ab, sich dazu konkret zu äußern.

Im Hintergrund der Wahl steht auch die Figur des inhaftierten Ex-Präsidenten Castillo. Dieser hatte 2022 versucht, den Kongress aufzulösen, was scheiterte und zu seiner Verhaftung wegen Auflehnung und Verschwörung führte. Aus dem Gefängnis heraus hat Castillo Sanchez öffentlich seine Unterstützung ausgesprochen – eine Verbindung, die Sanchez' Gegner im Wahlkampf nutzen dürften.

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