Peregrine: Private Mondlandung - Ein gewagter Schritt in die Zukunft der Raumfahrt
Erfolgreicher Start zur ersten kommerziellen Mondlandung und die Herausforderungen der privaten Raumfahrt

Das Zeitalter der privaten Raumfahrt hat längst begonnen, doch bislang haben sich kommerzielle Unternehmen am Mond die Zähne ausgebissen. Doch nun gibt es Hoffnung auf eine erfolgreiche kommerzielle Landung auf dem Erdtrabanten. Am Montagmorgen brach eine US-Mission mit dem Ziel einer ersten erfolgreichen kommerziellen Mondlandung auf. Die Rakete vom Typ „Vulcan Centaur“ des Herstellers ULA hob vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab, an Bord befand sich die unbemannte Kapsel namens „Peregrine“ des US-Unternehmens Astrobotic aus Pittsburgh.
Die „Peregrine“-Mission hat das ehrgeizige Ziel, am 23. Februar (US-Zeit ET) in einem Gebiet mit dem poetischen Namen Sinus Viscositatis (Bucht der Klebrigkeit) zu landen. Sollte dies gelingen, wäre es die erste US-Mondlandung seit den historischen Apollo-Missionen vor über 50 Jahren. Trotz aller Ambitionen und Technologien bleibt der Erfolg jedoch keineswegs garantiert. Im vergangenen Jahr scheiterte eine ähnliche Mission eines japanischen Unternehmens namens ispace aufgrund einer fehlerhaften Höhenberechnung des Landers. Dies führte dazu, dass der Lander vermutlich im freien Fall auf die Mondoberfläche stürzte.
Die „Peregrine“-Mission wäre somit ein bedeutender Meilenstein, wenn sie erfolgreich abgeschlossen wird. Bisher hat sich bereits eine private Mondmission als erfolglos erwiesen, aber die Industrie gibt nicht auf. Seit Jahren haben private Unternehmen das Ziel, den Mond zu erreichen und verschiedene Raumfahrtprojekte zu realisieren, darunter das ambitionierte Unternehmen SpaceX von Milliardär Elon Musk.
Ähnlich wie bei der Internationalen Raumstation (ISS) arbeitet die US-Raumfahrtbehörde NASA auch bei Mondprojekten eng mit kommerziellen Partnern zusammen, um die Effizienz zu steigern und Kosten zu senken. Bisher hing das Geschäftsmodell privater Raumfahrtunternehmen oft von staatlichen Aufträgen ab.
Die „Peregrine Mission 1“ bot sogar Privatpersonen die Möglichkeit, Platz für den Transport von Material zum Mond zu kaufen. Die Kapsel hat eine Höhe von 1,9 Metern und einen Durchmesser von 2,5 Metern. Die NASA plant, im Rahmen dieser Mission die Mondexosphäre zu untersuchen sowie thermische Eigenschaften und den Wasserstoffgehalt des Mondregoliths zu erforschen. Zusätzlich sollen fortschrittliche Solartechnologien in Zusammenarbeit mit einem privaten Unternehmen auf dem Mond getestet werden.
Die gewonnenen Erkenntnisse aus der „Peregrine“-Mission sollen dazu beitragen, bemannte Mondmissionen in der Zukunft besser vorzubereiten. Im Rahmen des „Artemis“-Programms plant die NASA, Ende 2024 mit drei Männern und einer Frau bei der Mission „Artemis 2“ den Mond zu umkreisen. Im Jahr 2025 ist geplant, bei „Artemis 3“ erstmals nach mehr als einem halben Jahrhundert wieder Astronauten auf dem Mond landen zu lassen, darunter eine Frau und eine nicht-weiße Person. Das langfristige Ziel des „Artemis“-Programms ist die Errichtung einer permanenten Mondbasis, die als Ausgangspunkt für zukünftige Marsmissionen dienen soll.
Dennoch gibt es auch Bedenken gegen die Mission. Einige Ureinwohner Amerikas haben Einwände gegen die Ladung, die mit der „Peregrine“-Mission auf den Mond geschickt wird. Sowohl menschliche als auch tierische Asche soll auf dem Mond deponiert werden, was in ihrer Kultur als heilige Entweihung des Erdtrabanten betrachtet wird. Der Präsident der Navajo Nation im Bundesstaat Arizona, Buu Nygren, hat aus diesem Grund einen Beschwerdebrief an die NASA geschrieben. Trotz dieser Bedenken bleibt die private Raumfahrtindustrie hochmotiviert, den Mond als neues Geschäftsfeld zu erschließen und möglicherweise einen entscheidenden Schritt für die Zukunft der Raumfahrt zu setzen.
