PepsiCo-Aktie unter Druck: Elliott fordert radikalen Umbau statt kleiner Korrekturen
Die PepsiCo-Aktie hat ein Drittel ihres Wertes seit 2023 verloren. Elliott drängt auf grundlegende Veränderungen – auch eine Abspaltung der Abfüllbetriebe steht im Raum.

PepsiCo (PEP) legte zuletzt um 2,42 Prozent zu. Doch der Kursanstieg täuscht über den Zustand des US-Getränke- und Snackkonzerns hinweg. Das aufwärts gerichtete Dreieck, einst Symbol für alles, was Anleger an einer Aktie schätzten – zuverlässige Marken, verlässliches Gewinnwachstum und stabile Renditen –, hat seinen Ruf verloren.
Die Aktie ist um etwa ein Drittel von ihrem Höchststand im Jahr 2023 gefallen. Gegenüber Coca-Cola notiert PepsiCo mit dem stärksten Abschlag seit mehr als 25 Jahren. Für den Getränkeriesen ist das ein alarmierendes Signal.
Der aktivistische Investor Elliott Management sah im vergangenen Jahr eine Chance, kaufte einen Anteil in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar und forderte Pepsi auf, seine nordamerikanischen Snack- und Getränkegeschäfte zu straffen. Ein Jahr später hat die Wende noch keine Ergebnisse geliefert.
Die Details
Im Zentrum der Kritik steht die Frage, ob PepsiCo mit kleinen Korrekturen überhaupt noch vorankommt. Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass das Problem größer sein könnte als nur einige schwache Marken. Pepsi müsse aufhören, am Rad zu drehen, und grundlegendere Veränderungen in Betracht ziehen – einschließlich einer Abspaltung seiner Abfüllbetriebe.
Auch an der Unternehmensspitze wächst der Zweifel. Viele Anleger bezweifeln, ob Ramon Laguarta, CEO seit 2018 und Vorsitzender seit 2019, die richtige Person für die Führung des Unternehmens ist. Laguarta verantwortet damit sowohl die operative Führung als auch den Vorsitz des Unternehmens.
Elliott hatte im vergangenen Jahr einen Anteil von 4 Milliarden US-Dollar erworben. Der Investor drängt darauf, die nordamerikanischen Snack- und Getränkeaktivitäten zu straffen. Bislang ohne durchschlagenden Erfolg.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 03.02.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo im vierten Quartal die Erwartungen der Analysten übertraf, sich aber weiterhin mit einer schwachen Nachfrage nach Snacks konfrontiert sah. Der Konzern reagierte mit einer Preissenkungsstrategie für sein nordamerikanisches Lebensmittelgeschäft. Die Aktie gab im vorbörslichen Handel dennoch um mehr als ein Prozent nach. PepsiCo meldete einen Nettogewinn von 2,54 Milliarden Dollar oder 1,85 Dollar je Aktie, nach 1,52 Milliarden Dollar im Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte lag der Gewinn bei 2,26 Dollar je Aktie. Der Nettoumsatz kletterte um 5,6 Prozent auf 29,34 Milliarden Dollar.
Am 14.04.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo vor einem entscheidenden Moment stehe. Sieben Monate nachdem Elliott eine Beteiligung in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben hatte, erwartete der Markt handfeste Beweise für die Sanierungsmaßnahmen. Am 16. April legte PepsiCo seine Ergebnisse für das erste Quartal vor. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit strukturellen Problemen: Seit 2021 verzeichnet PepsiCo rückläufige jährliche Absatzvolumina. In den vergangenen fünf Jahren blieben die Aktien deutlich hinter dem Erzrivalen Coca-Cola zurück.
Am 08.10.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo vor einer schwierigen Phase steht. Während das internationale Geschäft solide Ergebnisse lieferte, verlief die Erholung auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt schleppender als geplant. Wegen dieser Schwäche senkte das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr. Im dritten Quartal übertraf PepsiCo die Erwartungen der Analysten: Der Nettogewinn stieg auf 3,05 Milliarden US-Dollar, was 2,23 Dollar pro Aktie entspricht. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch 2,6 Milliarden Dollar oder 1,90 Dollar erzielt.
Am 09.10.2026 berichtete aktien.news, dass PepsiCo seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr gesenkt und strukturelle Kosteneinsparungen angekündigt hat, die das Unternehmen nach eigenen Angaben mit „hoher Dringlichkeit" umsetzen will. Die Botschaft an die Belegschaft war unmissverständlich: Wer kein Wachstum generiert, muss gehen. Die neuesten Quartalszahlen zeigten, dass die nordamerikanischen Geschäftsbereiche für Lebensmittel und Getränke weiterhin unter Druck stehen. Zwar stiegen die Umsätze, doch die höheren Kosten zur Unterstützung dieser Umsatzsteigerungen veranlassten das Management, die Erwartungen an den Jahresgewinn nach unten zu korrigieren.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger, die auf PepsiCo setzen, ist die Lage zwiespältig. Einerseits gehört der Konzern zu den bekanntesten Werten und gilt traditionell als defensiver Baustein im Depot. Andererseits zeigt die Kursentwicklung, dass der Markt die Geschichte vom verlässlichen Wachstum nicht mehr glaubt. Der Abschlag gegenüber Coca-Cola ist so groß wie seit mehr als 25 Jahren nicht.
Die Forderung nach einer Abspaltung der Abfüllbetriebe ist ein Hinweis darauf, dass der Druck auf das Management nicht nachlässt. Solche strukturellen Eingriffe sind weitreichend und brauchen Zeit. Anleger sollten daher die angekündigten Kosteneinsparungen und die weitere Entwicklung im nordamerikanischen Geschäft genau verfolgen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Der entscheidende Prüfstein bleibt die Frage, ob PepsiCo die Wende im nordamerikanischen Geschäft liefert. Elliott hat seine Beteiligung in Höhe von 4 Milliarden US-Dollar seit dem vergangenen Jahr gehalten und dürfte weiter auf Ergebnisse drängen. Ob es zu einer Abspaltung der Abfüllbetriebe kommt und ob Ramon Laguarta im Amt bleibt, ist offen. Beide Fragen dürften die Aktie in den kommenden Monaten bewegen.
Kurz erklärt
- Aktivisten-Investor: Ein Investor, der sich mit einer größeren Beteiligung in ein Unternehmen einkauft und dort Veränderungen erzwingen will.
- Abspaltung: Die Ausgliederung eines Unternehmensteils in eine eigene Gesellschaft, oft mit eigener Börsennotierung.
- Abfüllbetrieb: Der Teil eines Getränkekonzerns, der die Getränke in Flaschen und Dosen abfüllt und ausliefert.
