Peloton verfehlt Erwartungen: Neue KI-Produkte können Umsatzrückgang nicht stoppen
Connected-Fitness-Anbieter enttäuscht im wichtigen Weihnachtsquartal trotz umfangreicher Produktüberarbeitung mit KI-Technologie.

Peloton hat im Weihnachtsquartal die Erwartungen der Wall Street deutlich verfehlt. Der US-amerikanische Anbieter von vernetzten Fitnessgeräten meldete für das am 31. Dezember beendete Quartal einen Umsatz von 656,5 Millionen US-Dollar – ein Rückgang von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Analysten hatten mit 675 Millionen Dollar gerechnet. Besonders enttäuschend: Das traditionell umsatzstärkste Quartal für Hardware-Verkäufe blieb deutlich hinter den internen Zielen zurück.
Die Aktie reagierte prompt auf die schwachen Zahlen und fiel im vorbörslichen Handel um bis zu 13 Prozent. Investoren zeigten sich besorgt, dass die aufwendige Neugestaltung der Produktpalette nicht die erhoffte Wirkung entfaltet. Für das laufende Quartal prognostiziert Peloton Umsätze zwischen 605 und 625 Millionen Dollar, was ebenfalls unter den Analystenschätzungen von 638 Millionen Dollar liegt.
Teure Produktoffensive verpufft
Das Unternehmen hatte große Hoffnungen in seine überarbeitete Produktlinie gesetzt. Die neuen Geräte sind mit KI-gestützten Tracking-Kameras, um 360 Grad schwenkbaren Bildschirmen und Freisprechsteuerung ausgestattet. Doch die Kunden zeigten sich zurückhaltend: Weder die technischen Innovationen noch die höheren Abonnementpreise konnten neue Käufer überzeugen.
Die Hardware-Verkäufe erreichten im Quartal lediglich 244 Millionen Dollar, während die Abonnement-Umsätze 413 Millionen Dollar betrugen – beide Sparten blieben unter den Erwartungen. Der Nettoverlust belief sich auf 38,8 Millionen Dollar oder 9 Cent je Aktie, was zwar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahresverlust von 92 Millionen Dollar darstellt, aber die grundsätzlichen Wachstumsprobleme nicht kaschieren kann.
Profitabilität als Lichtblick
Trotz schwacher Umsatzzahlen macht Peloton Fortschritte bei der Rentabilität. Das bereinigte EBITDA erreichte 81 Millionen Dollar und übertraf damit die Analystenschätzungen von 73 Millionen Dollar. Für das laufende Quartal erwartet das Unternehmen ein bereinigtes EBITDA zwischen 120 und 135 Millionen Dollar, was über den Erwartungen von 119 Millionen Dollar liegt.
Die verbesserte Profitabilität ist auch das Ergebnis rigoroser Kostensenkungen. Vergangene Woche kündigte Peloton den Abbau von 11 Prozent der Belegschaft an. Die Jahresprognose für das bereinigte EBITDA wurde auf 450 bis 500 Millionen Dollar angehoben, gegenüber der bisherigen Spanne von 425 bis 475 Millionen Dollar.
Führungswechsel in der Finanzabteilung
Zusätzlich zu den operativen Herausforderungen gab Peloton einen Wechsel in der Führungsebene bekannt. Finanzvorständin Liz Coddington verlässt das Unternehmen im März, um "eine Gelegenheit außerhalb der Branche wahrzunehmen". Die Suche nach einem Nachfolger läuft.
Für CEO Peter Stern, der erst kürzlich die Führung übernommen hat, sind die Quartalszahlen ein Dämpfer. Die Produktüberarbeitung war einer seiner ersten strategischen Schritte, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass der Weg zur nachhaltigen Umsatzsteigerung steiniger ist als erhofft.
