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PayPal übertrifft Erwartungen: Was bedeutet das für Stripes Übernahmeangebot?

Starke Q2-Zahlen stärken PayPals Verhandlungsposition gegenüber dem 53-Milliarden-Dollar-Angebot von Stripe und Advent.

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PayPal übertrifft Erwartungen: Was bedeutet das für Stripes Übernahmeangebot?

PayPal hat im zweiten Quartal sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn die Markterwartungen übertroffen. Die Ergebnisse kommen zu einem besonders brisanten Zeitpunkt: Der Zahlungsdienstleister Stripe versucht gemeinsam mit der Private-Equity-Gesellschaft Advent, PayPal für 60,50 US-Dollar je Aktie zu übernehmen – ein Gesamtangebot von rund 53 Milliarden US-Dollar. PayPal soll das Angebot bislang als unzureichend betrachten und einen Preis von näher an 70 US-Dollar pro Aktie erwarten, bevor das Management ein Geschäft ernsthaft in Erwägung ziehen würde.

Vor diesem Hintergrund war es für PayPal entscheidend, mit starken Quartalszahlen zu überzeugen – und genau das gelang dem Unternehmen. Zwar sank der Gewinn pro Aktie (EPS) im Vergleich zum Vorjahr um 1 Prozent, doch übertraf PayPal die Erwartungen der Analysten deutlich. Treiber war ein Umsatzwachstum von 5 Prozent, das ebenfalls über den Prognosen lag.

PayPals starkes zweites Quartal im Überblick

Abseits der Schlagzeilen präsentiert sich das operative Geschäft in robuster Verfassung. Das gesamte Zahlungsvolumen (Total Payment Volume) erreichte 486,4 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark zeigte sich dabei das Wachstum bei Venmo, dem populären Peer-to-Peer-Bezahldienst des Konzerns.

Der bereinigte freie Cashflow belief sich auf mehr als 1,8 Milliarden US-Dollar. Diese finanzielle Stärke verschafft PayPal erhebliche Flexibilität, um weiterhin in großem Umfang eigene Aktien zurückzukaufen und gleichzeitig in Wachstumsinitiativen zu investieren. Für Anleger besonders relevant: PayPal hob seine Prognose für das Gesamtjahr sowohl bei der Transaktionsmarge als auch beim bereinigten Gewinn pro Aktie an. Die Margenentwicklung war zuletzt ein zentrales Anliegen vieler Investoren – die Anhebung der Jahresprognose gilt daher als positive Überraschung.

Was bedeuten die Zahlen für das Stripe-Angebot?

Bereits vor dem Ergebnisbericht gab es Argumente dafür, dass der innere Wert von PayPal deutlich über 60,50 US-Dollar je Aktie liegt. Bei dieser Bewertung bot Stripe lediglich etwa das Elffache des erwarteten Gewinns für den Fintech-Konzern. Nach der Veröffentlichung der starken Quartalszahlen ist es für das Management nun deutlich einfacher geworden zu argumentieren, dass PayPal weit mehr als 53 Milliarden US-Dollar wert ist.

In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen äußerte sich CEO Enrique Lores nicht direkt zum Angebot von Stripe und Advent. Er betonte jedoch, dass der Vorstand offen für die Prüfung jedes Angebots sei, das mehr Shareholder Value schaffen würde als die konsequente Umsetzung des eigenen Wachstumsplans. Eine explizite Absage an potenzielle Käufer blieb aus – eine bemerkenswerte Aussage, die Raum für weitere Verhandlungen lässt.

Die starken Q2-Ergebnisse beenden die Übernahmebemühungen von Stripe also nicht zwangsläufig. Sie erhöhen jedoch den Preis, den der PayPal-Vorstand realistischerweise von einem potenziellen Käufer einfordern kann. Für Anleger bedeutet dies: Die Übernahmespekulation bleibt ein relevanter Kurstreiber – allerdings dürfte ein erfolgreiches Angebot deutlich über den bisher gemeldeten 60,50 US-Dollar liegen müssen.

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