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PayPal hebt Gewinnprognose an und treibt Turnaround voran

Der Zahlungsdienstleister übertrifft Erwartungen, skizziert Kostensenkungen und wehrt ein Übernahmeangebot von 53 Milliarden Dollar ab.

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PayPal hebt Gewinnprognose an und treibt Turnaround voran

PayPal hat am Dienstag seinen Sanierungsplan bekräftigt, die Gewinnprognose für 2026 angehoben und konkrete Kostensenkungsmaßnahmen vorgestellt. Das Unternehmen will Investoren davon überzeugen, dass es mehr wert ist als das Übernahmeangebot in Höhe von 53 Milliarden Dollar – ein Gebot, das Analysten als „zu niedrig" einstufen. Der Zahlungsdienstleister erzielte im zweiten Quartal einen bereinigten Gewinn von 1,38 Dollar pro Aktie und übertraf damit die Analystenerwartungen von 1,28 Dollar deutlich.

Der Umsatz stieg auf währungsbereinigter Basis um 3 Prozent auf 8,68 Milliarden Dollar, während Analysten lediglich 8,47 Milliarden Dollar erwartet hatten. Das gesamte Zahlungsvolumen legte im zweiten Quartal auf währungsbereinigter Basis um 9 Prozent auf 486,4 Milliarden Dollar zu. Diese Zahlen unterstreichen, dass die US-Verbraucher trotz erhöhter Kreditkosten weiterhin robust ausgeben.

Übernahmeangebot von Stripe und Advent International

Hintergrund der Turnaround-Bemühungen ist ein Übernahmeangebot von 60,50 Dollar pro Aktie, das Stripe gemeinsam mit der Private-Equity-Gesellschaft Advent International eingereicht hat. Der Vorstand von PayPal hält dieses Angebot für unzureichend. Zum Vergleich: Im Jahr 2021 erreichte PayPal auf dem Höhepunkt des Pandemie-Booms eine Bewertung von rund 360 Milliarden Dollar – das aktuelle Gebot entspricht damit nur einem Bruchteil dieser einstigen Marktkapitalisierung.

PayPal kämpft seit dem Abklingen des pandemiebedingten Booms im Online-Shopping und bei digitalen Zahlungen mit strukturellen Herausforderungen. Als Verbraucher in den stationären Handel zurückkehrten, verlor das Unternehmen an Schwung. Gleichzeitig haben Apple und Google ihre digitalen Zahlungsdienste ausgebaut und tief in ihre Smartphone-Ökosysteme integriert – was laut Analysten den Wettbewerbsvorteil von PayPal als eigenständige Zahlungsplattform erheblich untergräbt.

Neuer CEO Lores setzt auf Effizienz und KI

Im Februar ersetzte PayPal CEO Alex Chriss durch Enrique Lores, der zuvor HP geführt hatte. Der Vorstand begründete den Wechsel damit, dass das Tempo des Wandels und der Umsetzung nicht den Erwartungen entsprochen habe. Lores hat seither Pläne zur Straffung der Organisationsstruktur und zur Kostensenkung vorgelegt. „Ich bin ermutigt durch die Fortschritte, die wir in diesem Quartal gemacht haben. Wir haben mit Nachdruck daran gearbeitet, unseren Transformationsplan zu schärfen und unsere Wachstumsstrategien voranzutreiben", sagte er.

Konkret verfolgt PayPal mehrere parallele Initiativen: Das Unternehmen plant, das Betriebsmodell zu vereinfachen und Hierarchieebenen bis 2027 abzubauen, die Marketingeffizienz und Produktivität bis 2028 zu verbessern sowie die technologische Modernisierung und KI-Integration bis 2029 fortzusetzen. Bis zum Jahresende rechnet das Unternehmen mit Kosteneinsparungen in Höhe von 400 Millionen Dollar.

Margen unter Druck, Prognose übertrifft Wall Street

Ein kritischer Punkt bleibt die operative Marge. Auf bereinigter Basis lag sie im zweiten Quartal bei 17,4 Prozent – ein Rückgang von 248 Basispunkten gegenüber 19,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Investoren beobachten die Margenentwicklung genau, da sich das Wachstum in Richtung margenschwächerer Geschäftsbereiche verschoben hat, während der Wettbewerb die margenstärkeren Markenprodukte belastet.

Für das dritte Quartal prognostiziert PayPal einen Rückgang des bereinigten Gewinns im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Analysten erwarten im Schnitt einen Rückgang um 0,4 Prozent bzw. 1 Cent gegenüber den 1,34 Dollar pro Aktie im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr erwartet PayPal einen bereinigten Gewinn von rund 5,38 Dollar pro Aktie – und liegt damit über den Wall-Street-Erwartungen von 5,31 Dollar. Die Aktie reagierte im vorbörslichen Handel zunächst mit einem Anstieg, lag zuletzt jedoch mit 0,8 Prozent im Minus.

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