PayPal-Ausfall zwingt Banken zu Milliardenstopp
Händler warten auf Zahlungen, Behörden prüfen Sicherheitslücken und Aufsicht in Luxemburg

Der Ausfall wichtiger Sicherheitssysteme beim US-Zahlungsdienstleister PayPal hat in Deutschland zu einem massiven Eingriff in den Zahlungsverkehr geführt. Mehrere Banken stoppten milliardenschwere Lastschriften, um ihre Kunden vor möglichen Schäden zu schützen. Vor allem Händler, die auf eine pünktliche Auszahlung angewiesen sind, waren von den Folgen betroffen. Hintergrund waren mutmaßliche Sicherheitslücken, die es Betrügern ermöglicht haben könnten, unberechtigte Abbuchungen einzureichen.
Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband bestätigte, dass es in den vergangenen Tagen zu Vorfällen mit unautorisierten Lastschriften gekommen sei. Diese hätten erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in ganz Europa gehabt, insbesondere auch in Deutschland. Am Montag waren Kunden einiger Sparkassen-Institute mehrere Stunden von Störungen betroffen. Auch die Deutsche Kreditwirtschaft meldete Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit PayPal. Nach Angaben der Institute reagierten die Banken unterschiedlich, je nach interner Sicherheitslage und Zahlungsabwicklung.
Betroffen waren insbesondere Händler, deren rechtmäßige Lastschriften erst verspätet bearbeitet wurden. Verbraucherschützer rieten Kunden, ihre PayPal-Konten genau zu überprüfen, um unberechtigte Abbuchungen rechtzeitig zu erkennen. PayPal selbst erklärte, das Problem sei inzwischen behoben. Eine Sprecherin teilte mit, dass es eine vorübergehende Serviceunterbrechung gegeben habe, die sich auf bestimmte Transaktionen der Bankpartner ausgewirkt habe. Die Ursache sei schnell identifiziert worden, man arbeite eng mit den Banken zusammen, um alle Konten zu aktualisieren.
Auch die Aufsichtsbehörden sind eingeschaltet. Da PayPal seinen Europasitz in Luxemburg hat, liegt die Verantwortung nicht bei der deutschen Finanzaufsicht BaFin, sondern bei den luxemburgischen Behörden. Dennoch stehe die BaFin in engem Austausch mit den dortigen Stellen, erklärte das Bundesfinanzministerium. Das Ministerium sei über die Vorgänge informiert und beobachte die Lage. Betroffene Verbraucher seien durch europäische Vorgaben vor Schäden durch unautorisierte Abbuchungen geschützt, hieß es weiter.
Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung war das Sicherheitssystem von PayPal Ende vergangener Woche weitgehend ausgefallen. Eigentlich soll dieses System betrügerische Lastschriften erkennen und blockieren. Durch den Ausfall seien jedoch zahlreiche Abbuchungen ungeprüft an die Banken weitergeleitet worden. PayPal habe die Störungen eingeräumt und zugesichert, dass die Probleme inzwischen behoben seien. Der Zahlungsverkehr von und zu PayPal laufe bei den Sparkassen seit Dienstagmorgen wieder normal, werde jedoch weiterhin genau überwacht.
