Paramount Skydance verlegt Börsennotierung von Nasdaq an die NYSE
Der Medienkonzern verlegt seine Class-B-Aktien zum 6. Oktober an die NYSE – kurz vor dem erwarteten Abschluss des Warner-Bros.-Deals.

Paramount Skydance verlegt die Börsennotierung seiner Stammaktien der Klasse B von der Nasdaq an die New York Stock Exchange (NYSE). Das gab das Unternehmen am Freitag bekannt, wie die Nachrichtenagentur Reuters am 25. September meldete. Der Wechsel betrifft ausschließlich die Class-B-Aktien des Medienkonzerns und ist bereits konkret terminiert.
Der Handel an der Nasdaq soll voraussichtlich zum Marktschluss am oder um den 5. Oktober herum enden. Der Handel an der NYSE soll voraussichtlich zum Marktbeginn am 6. Oktober beginnen. Zwischen dem letzten Handelstag an der Nasdaq und dem ersten an der NYSE liegt damit nur eine Nacht.
Der Wechsel fällt in eine Phase, in der Paramount Skydance mit einer der größten Medientransaktionen der jüngeren Geschichte befasst ist. Der Konzern erwartet, seinen Warner-Bros.-Deal mit einem Volumen von 110 Milliarden Dollar bald abzuschließen. Erst in dieser Woche hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Rechtsstreit mit einer von Kalifornien angeführten Gruppe von US-Bundesstaaten sowie mit einem Autorenverband aus Hollywood beigelegt.
Die Details
Der Zeitplan im Überblick:
- September: Bekanntgabe des Börsenwechsels durch Paramount Skydance.
- Oktober: Voraussichtliches Ende des Handels an der Nasdaq zum Marktschluss – oder um diesen Zeitpunkt herum.
- Oktober: Stichtag für die geplante Ausgabe von Optionsrechten (Warrants) an berechtigte Inhaber der Stammaktien der Klasse B.
- Oktober: Voraussichtlicher Beginn des Handels an der NYSE zum Marktbeginn.
Die geplante Warrant-Ausgabe steht im Zusammenhang mit dem Warner-Bros.-Deal. Anspruchsberechtigt sind nach Angaben des Unternehmens Inhaber der Stammaktien der Klasse B, für die der 5. Oktober als Stichtag festgelegt wurde. Damit fallen das Ende der Nasdaq-Notierung und der Stichtag für die Optionsrechte auf denselben Tag.
Die beiden US-Börsen konkurrieren seit Langem um Bedeutung. Die Nasdaq beherbergt primär Technologieunternehmen, während die NYSE traditionell das Fundament für die größten industriellen und finanziellen Konzerne des Landes bildet. Diese Rivalität erreichte ihren Höhepunkt während der Dotcom-Blase in den späten 1990er Jahren.
Unternehmen wechseln ihre Notierungsplätze in der Regel dann, wenn sie eine bessere Passform mit der Anlegerbasis, der Technologie und den Dienstleistungen einer Börse erkennen. Ein weiterer häufiger Grund sind Einsparungen bei den Kosten im Zusammenhang mit der Notierung und der Compliance. Ein Börsenwechsel ist damit nicht nur ein organisatorischer Vorgang, sondern auch ein Signal an den Kapitalmarkt darüber, welche Anlegergruppen ein Unternehmen künftig stärker ansprechen will.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 16.02.2026 berichtete aktien.news, dass Warner Bros. Discovery die Verkaufsgespräche mit dem Konkurrenten Paramount Global wieder aufnehmen könnte. Wie Bloomberg News unter Berufung auf informierte Kreise meldete, erwog der Verwaltungsrat des Medienkonzerns, das nachgebesserte Angebot von Paramount zu prüfen – was die bereits vereinbarte Fusion mit Netflix hätte gefährden können. Paramount hatte sein ursprüngliches Gebot in der Woche zuvor deutlich attraktiver gestaltet, ohne den Preis pro Aktie zu erhöhen, und bot Warner-Bros.-Aktionären zusätzliche Anreize für den Fall eines verzögerten Abschlusses.
Am 27.02.2026 berichtete aktien.news, dass Paramount Skydance den Bieterstreit um Warner Bros. Discovery gewonnen hat. Netflix zog sein konkurrierendes Angebot zurück, nachdem der Verwaltungsrat von Warner festgestellt hatte, dass Paramounts Offerte dem Netflix-Gebot überlegen sei. Paramount bot 31 Dollar je Aktie für das gesamte Unternehmen Warner Bros. Discovery, während Netflix lediglich auf die Film- und Fernsehstudios sowie den Streaming-Dienst HBO Max geboten hatte – also nur auf Teile des Konzerns.
Am 01.03.2026 folgte die Meldung über die vereinbarte Übernahme: Das Transaktionsvolumen belief sich auf rund 111 Milliarden US-Dollar, basierend auf einem Angebot von 31 Dollar je WBD-Aktie, und umfasste den gesamten Konzern einschließlich aller TV-Sparten. Der entscheidende Durchbruch kam, nachdem Netflix seinen Mitbieterprozess beendet hatte; der Streamingriese hatte zuvor ein Angebot von knapp 83 Milliarden Dollar vorgelegt, das jedoch nur die Studio- und Streaming-Assets abgedeckt hätte. Netflix erklärte, ein weiteres Gegenangebot sei finanziell nicht mehr attraktiv, woraufhin die WBD-Aktionäre das umfassendere Paramount-Angebot akzeptierten.
Am 04.03.2026 meldete aktien.news den Abschluss der Übernahme von Warner Bros. in einer der größten Medientransaktionen der Geschichte, bewertet mit 110 Milliarden Dollar – umgerechnet 31 Dollar je Aktie. Der Zusammenschluss kam zustande, nachdem Netflix seine konkurrierende Offerte nicht erhöht hatte. Paramount-CEO David Ellison gab bekannt, dass die fusionierte Einheit bereits mehr als 200 Millionen Direct-to-Consumer-Abonnenten in über 100 Regionen weltweit bedient; HBO Max soll künftig in eine gemeinsame Plattform mit Paramount+ integriert werden. Die Transaktion stützt sich auf ein massives Finanzierungspaket. Je nach Bericht wird das Volumen mit 110 Milliarden Dollar oder rund 111 Milliarden US-Dollar angegeben – beide Werte basieren auf einem Angebot von 31 Dollar je Aktie.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist zunächst festzuhalten, dass die Mitteilung ausschließlich die Stammaktien der Klasse B betrifft. Andere Aktiengattungen werden in der Ankündigung nicht genannt. Der Wechsel ändert nichts an der Zahl der gehaltenen Papiere, wohl aber an der Handelsplattform, über die sie geordert werden.
Relevant sind vor allem die beiden Termine: Am 5. Oktober endet voraussichtlich der Handel an der Nasdaq, und am selben Tag liegt der Stichtag für die geplante Ausgabe der Optionsrechte. Nur einen Tag später, am 6. Oktober, soll der Handel an der NYSE beginnen. Anleger, die in diesem Zeitfenster handeln wollen, sollten den Handelsplatzwechsel daher im Blick behalten.
Ein zweiter Punkt betrifft die Warrant-Ausgabe. Sie ist an den Warner-Bros.-Deal gekoppelt und richtet sich an berechtigte Inhaber der Stammaktien der Klasse B. Wer zu diesem Kreis gehört, muss den Stichtag 5. Oktober beachten, um die geplanten Optionsrechte nicht zu verpassen.
Schließlich ist der Zeitpunkt des Börsenwechsels bemerkenswert: Er erfolgt unmittelbar vor dem erwarteten Abschluss der 110-Milliarden-Dollar-Transaktion. Der in dieser Woche beigelegte Rechtsstreit mit einer von Kalifornien angeführten Gruppe von US-Bundesstaaten und einem Autorenverband aus Hollywood hatte bis zuletzt als offener Punkt gegolten. Diese Einordnung ist keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung, sondern eine Beschreibung der gemeldeten Faktenlage.
Ausblick
Der Fahrplan für die kommenden Wochen steht im Wesentlichen fest. Am 5. Oktober soll der Handel an der Nasdaq zum Marktschluss enden und zugleich der Stichtag für die Warrant-Ausgabe liegen. Am 6. Oktober soll Paramount Skydance zum Marktbeginn an der NYSE starten. Der Abschluss des Warner-Bros.-Deals wird nach der Beilegung des Rechtsstreits alsbald erwartet.
Aus der früheren Berichterstattung von aktien.news ergibt sich zudem ein längerfristiger Plan: Bereits am 04.03.2026 hieß es, HBO Max solle künftig in eine gemeinsame Plattform mit Paramount+ integriert werden. Die fusionierte Einheit bedient nach den damaligen Angaben von CEO David Ellison mehr als 200 Millionen Direct-to-Consumer-Abonnenten in über 100 Regionen weltweit.
Kurz erklärt
- Stammaktie der Klasse B: eine Aktiengattung eines Unternehmens, die separat an der Börse notiert wird und eigene Rechte trägt.
- Börsennotierung: die Zulassung von Aktien eines Unternehmens zum Handel an einer bestimmten Börse.
- Optionsrecht (Warrant): ein verbrieftes Recht, Aktien eines Unternehmens zu vorab festgelegten Bedingungen zu erwerben.
- Stichtag: der Termin, an dem festgestellt wird, welche Aktionäre für eine Kapitalmaßnahme berechtigt sind.
- Compliance: die Einhaltung von Börsen- und Aufsichtsregeln, die mit einer Notierung einhergeht.
