Palantir vs. Percepta: KI-Startup wehrt sich gegen Klage
Das KI-Startup Percepta AI weist die Vorwürfe von Palantir zurück, vertrauliche Informationen gestohlen zu haben. Die Gründer sprechen von einem Versuch, Wettbewerb zu unterdrücken.

Im Rechtsstreit zwischen dem Datenanalyse-Riesen Palantir und dem KI-Startup Percepta AI eskaliert die Auseinandersetzung. Die Führungskräfte von Percepta wehren sich vehement gegen die im Oktober 2024 eingereichte Klage und bezeichnen diese als Versuch, "Wettbewerb zu ersticken".
Palantir wirft Startup Diebstahl vor
Palantir hatte die Klage beim Southern District of New York eingereicht und beschuldigt die Percepta-Mitgründer Hirsh Jain (CEO) und Radha Jain, gestohlene Informationen zur Gründung eines "Nachahmergeschäfts" genutzt zu haben. Beide waren zuvor für Palantir tätig. Das Datenanalyse-Unternehmen wirft ihnen vor, Talente abwerben und "wertvolles geistiges Eigentum plündern" zu wollen.
Besonders im Fokus steht die Percepta-Mitarbeiterin Joanna Cohen. Palantir beschuldigt sie, sich nach ihrer Kündigung vertrauliche Dokumente zugesandt und sensible Informationen von ihrem Arbeitstelefon auf ihr privates Gerät heruntergeladen zu haben.
Percepta bestreitet alle Vorwürfe
In einem am Montag eingereichten Schriftsatz kontert Percepta die Anschuldigungen. Die Anwälte des Startups erklären, dass "eingehende Durchsuchungen keine Palantir-Materialien" gefunden hätten. Die von Cohen angefertigten Screenshots seien "in gutem Glauben" erfolgt, um ihre Arbeit zu erledigen.
Die Verteidiger argumentieren zudem, dass die nachvertraglichen Vereinbarungen "offensichtlich zu weit gefasst und nicht durchsetzbar" seien. Palantirs Auslegung ziele darauf ab, legitimen Wettbewerb zu unterbinden. Die fraglichen Materialien wären für Percepta "nutzlos und ohnehin inzwischen veraltet".
Kampf um Talente in der KI-Branche
Der Fall zeigt exemplarisch die Spannungen in der boomenden KI-Branche, wo Unternehmen um Talente und technologisches Know-how konkurrieren. Percepta hatte bereits im Dezember die Klage als "haltlos" zurückgewiesen und betont, keine vertraulichen Informationen von Palantir verwendet zu haben.
Der Rechtsstreit dürfte weitreichende Bedeutung für die Branche haben, insbesondere hinsichtlich der Frage, wie weit nachvertragliche Wettbewerbsverbote und Geheimhaltungsverpflichtungen gehen dürfen.
