Palantir beschleunigt Wachstum erneut und hebt die Jahresprognose an
Der Umsatz steigt im dritten Quartal um 96 Prozent, doch die Aktie verliert nachbörslich 7,4 Prozent.

Palantir Technologies hat im dritten Quartal 2026 die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Der Umsatz lag bei 2,3 Milliarden US-Dollar und damit über den von Analysten erwarteten 2,2 Milliarden US-Dollar. Im Jahresvergleich bedeutet das einen Anstieg von 96 Prozent, im Vergleich zum Vorquartal ein Plus von 20 Prozent.
Das Wachstum wurde erneut vor allem durch die USA getrieben. Der kommerzielle Bereich legte um 148 Prozent zu, der Regierungsbereich um 96 Prozent. Damit setzt sich das Muster fort, das das Unternehmen bereits in den Vorquartalen geprägt hat: Die Nachfrage nach KI-Software aus den Vereinigten Staaten ist der zentrale Wachstumsmotor. Palantir gilt als Anbieter von KI-Software für Unternehmen und staatliche Stellen.
Trotz der starken operativen Zahlen verlor die Palantir-Aktie im After-Hours-Handel 7,4 Prozent an Wert. Die Angaben stammen aus einem Bericht von Hargreaves Lansdown News, der am 3. November 2026 veröffentlicht wurde. Autor ist Matt, Senior Equity Analyst im Share Research Team, der CFA Charterholder ist und das Investment Management Certificate besitzt.
Der bereinigte operative Gewinn steigt um 138 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar
Beim Gewinn fiel der Zuwachs ähnlich deutlich aus wie beim Umsatz. Der bereinigte operative Gewinn stieg um 138 Prozent auf 1,4 Milliarden US-Dollar, während Analysten 1,3 Milliarden US-Dollar erwartet hatten. Der bereinigte Free Cash Flow belief sich auf 1,2 Milliarden US-Dollar.
Auch die Bilanz blieb robust. Palantir schloss den Berichtszeitraum mit einem Nettogeldbestand von 10,3 Milliarden US-Dollar ab, wobei Leasingverbindlichkeiten eingerechnet sind. Ein solcher Nettogeldbestand bedeutet, dass die liquiden Mittel die Schulden übersteigen. Bemerkenswert ist zudem, dass sich das Umsatzwachstum erneut beschleunigte: Im zweiten Quartal 2026 hatte der Umsatz um 93 Prozent zugelegt, im dritten Quartal nun um 96 Prozent.
Bereits am 4. August 2026 berichtete aktien.news von einem Rekordquartal
Die aktuellen Zahlen reihen sich in eine Serie starker Berichte ein. Bereits am 4. August 2026 berichtete aktien.news, dass Palantir im zweiten Quartal 2026 die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Ergebnis als auch beim Umsatz übertroffen hatte. Treiber war erneut die starke Nachfrage nach der KI-Software des Unternehmens. Damit verzeichnete Palantir das zwölfte Quartal in Folge mit beschleunigtem Umsatzwachstum – eine Serie, die das Unternehmen nach Einschätzung von Beobachtern klar von vielen Technologiewettbewerbern abhebt.
Am selben Tag meldete aktien.news, dass die Palantir-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen um 12 Prozent stieg. Der Gesamtumsatz legte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 93 Prozent zu und näherte sich damit der Marke von rund zwei Milliarden US-Dollar. Der Nettogewinn betrug 1,07 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 41 Cent pro Aktie, nach rund 329 Millionen US-Dollar beziehungsweise 13 Cent pro Aktie im Vorjahresquartal – eine Steigerung von mehr als 220 Prozent beim Gewinn.
Ebenfalls am 4. August 2026 berichtete aktien.news, dass Palantir seine Jahresprognose nach oben korrigiert hatte. Das Unternehmen erwartete damals einen Jahresumsatz von mindestens 8,15 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten deutlich. Für das US-Geschäftskundengeschäft prognostizierte Palantir einen Umsatz von 3,4 Milliarden US-Dollar. Die Anhebung der Prognose signalisierte damals, dass die Nachfrage nach KI-gestützter Unternehmenssoftware in den USA weiter an Fahrt gewinnt.
Weiter zurück liegt der Bericht vom 3. Februar 2026: Damals meldete aktien.news, dass Palantir im vierten Quartal 2025 die Erwartungen deutlich übertroffen hatte. Der Umsatz stieg um 70 Prozent auf 827,5 Millionen US-Dollar. Für das Gesamtjahr meldete das in Denver ansässige Unternehmen Erlöse von 4,48 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit Regierungskunden kletterten auf 570 Millionen Dollar, das kommerzielle Geschäft brachte 507 Millionen Dollar ein. Beide Bereiche übertrafen die Analystenprognosen deutlich.
Das vorwärtige Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 80,8
Für deutsche Privatanleger sind die Bewertungskennzahlen von besonderem Interesse. Das vorwärtige Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten zwölf Monate liegt bei 80,8. Der zehnjährige Durchschnitt dieses vorwärtigen Kurs-Gewinn-Verhältnisses beträgt 107,6. Die aktuellen Kennzahlen stammen von LSEG Datastream und basieren auf den Schlusskursen des vorherigen Tages.
Die erwartete Dividendenrendite für die nächsten zwölf Monate liegt bei 0,0 Prozent, ebenso der zehnjährige Durchschnitt der erwarteten Dividendenrendite. Palantir schüttet also keine Dividende aus. Der Quelltext weist ausdrücklich darauf hin, dass Renditen variabel sind und keinen verlässlichen Indikator für zukünftige Erträge darstellen. Schlüsselkennzahlen sollten zudem nicht isoliert betrachtet werden – es sei wichtig, das große Ganze zu verstehen. Der Artikel von Hargreaves Lansdown stellt ausdrücklich keine Anlageberatung oder Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten einer bestimmten Investition dar.
Für das Schlussquartal erwartet Palantir rund 2,65 Milliarden US-Dollar Umsatz
Der Ausblick des Unternehmens fällt optimistisch aus. Für das kommende Quartal erwartet Palantir einen Umsatz von rund 2,65 Milliarden US-Dollar sowie einen bereinigten operativen Gewinn von rund 1,64 Milliarden US-Dollar. Für das Gesamtjahr wird der Umsatz nun auf rund 8,53 Milliarden US-Dollar geschätzt, nach zuvor rund 8,15 Milliarden US-Dollar.
Beim bereinigten operativen Gewinn rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr mit rund 5,25 Milliarden US-Dollar. Die Anhebung der Jahresprognose von 8,15 auf 8,53 Milliarden US-Dollar zeigt, dass Palantir die Nachfrage im Schlussquartal höher einschätzt als noch im Sommer. Sofern nicht anders angegeben, stellen Schätzungen einen Konsens aus Analystenschätzungen dar, die von LSEG bereitgestellt wurden. Diese Schätzungen sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Performance.
Drei Fachbegriffe helfen beim Einordnen der Quartalszahlen
- Bereinigter operativer Gewinn: Gewinn aus dem operativen Geschäft, der um Sondereffekte bereinigt wird, um die operative Ertragskraft vergleichbar zu machen.
- Free Cash Flow: Zahlungsmittelüberschuss, der nach Abzug der Investitionen aus dem laufenden Geschäft verbleibt.
- Vorwärtiges Kurs-Gewinn-Verhältnis: Verhältnis von Aktienkurs zum erwarteten Gewinn je Aktie der kommenden zwölf Monate.
