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Outokumpu erzielt €65 Mio. EBITDA im ersten Quartal 2026

Der finnische Edelstahlhersteller übertrifft das Vorquartal deutlich, bleibt aber hinter den Analystenerwartungen von €72 Millionen zurück.

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Outokumpu erzielt €65 Mio. EBITDA im ersten Quartal 2026

Der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu (HE: OUT1V) hat für das erste Quartal 2026 ein bereinigtes EBITDA von €65 Millionen gemeldet. Das Ergebnis liegt deutlich über dem Vorquartalswert von €10 Millionen, verfehlt jedoch die Analystenerwartungen von €72 Millionen. Das Unternehmen profitierte von einem starken Anstieg der Edelstahllieferungen sowie von regulatorischen Rückenwinden durch das CO₂-Grenzausgleichssystem der EU.

Die Edelstahllieferungen stiegen im Vergleich zum vierten Quartal 2025 um 27% und übertrafen damit die unternehmenseigene Prognosespanne von 20 bis 30%. Als Treiber nannte Outokumpu saisonale Faktoren sowie den Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), der dazu beitrug, dass sich die Importe von kaltgewalztem Stahl im Berichtszeitraum fast halbierten. Auch die Krise im Nahen Osten spielte eine Rolle – sie wirkte sich jedoch primär auf die Frachtkosten aus.

Europa enttäuscht, Americas überzeugt

Im Geschäftsbereich Europa stiegen die Auslieferungen im Quartalsvergleich zwar um beachtliche 46%, doch die Sparte blieb ergebnisseitig hinter den Erwartungen zurück. Niedrige Verkaufspreise und ein hoher Anteil an Lieferungen aus dem Auftragsbestand mit geringeren Margen belasteten das Ergebnis. Rohstoffbezogene Lagerbestände und Metallderivate hatten zudem einen negativen Effekt von €11 Millionen auf das Segmentergebnis.

Deutlich besser lief es im Geschäftsbereich Americas: Dort erzielte Outokumpu ein EBITDA von €52 Millionen und übertraf damit den Analystenkon­sens von €39 Millionen erheblich. Höhere Verkaufspreise glichen die gestiegenen Kosten teilweise aus, und Rohstoffe sowie Metallderivate trugen €13 Millionen zum Ergebnis bei. Die Auslieferungen in Amerika stiegen im Quartalsvergleich um 3%.

Der Ferrochrom-Bereich, ein wichtiger Rohstofflieferant für die Edelstahlproduktion, steigerte seine Lieferungen im Quartalsvergleich um 17%. Die Nachfrage aus Europa und den USA stützte das Wachstum. Das Segment wies ein EBITDA von €30 Millionen aus und blieb damit hinter dem Konsens von €36 Millionen zurück.

Positiver freier Cashflow und Ausblick

Outokumpu generierte im ersten Quartal einen positiven freien Cashflow von €34 Millionen. Unterstützt wurde dieser durch Zuflüsse aus dem Working Capital in Höhe von €57 Millionen, während die Investitionsausgaben (Capital Expenditure) bei €49 Millionen lagen.

Für das zweite Quartal 2026 erwartet das Unternehmen einen Anstieg der Auslieferungen um 0 bis 10% gegenüber dem Vorquartal. Als Treiber nennt Outokumpu saisonale Faktoren sowie anhaltenden regulatorischen Rückenwind. Darüber hinaus sollen im zweiten Quartal Gewinne aus rohstoffbezogenen Lagerbeständen und Metallderivaten realisiert werden, was zu einem im Quartalsvergleich höheren EBITDA führen soll.

Die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen schreiten planmäßig voran. Von den bis Ende 2027 angestrebten Kosteneinsparungen in Höhe von €100 Millionen sollen bereits 50% im Jahr 2026 erreicht werden. Dies unterstreicht den Fokus des Unternehmens auf operative Effizienz in einem herausfordernden europäischen Marktumfeld.

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