Oracle erhöht Restrukturierungsbudget auf 2,1 Milliarden Dollar
Der Cloud-Riese baut dank KI-Einsatz massiv Stellen ab und weitet sein Restrukturierungsprogramm deutlich aus.

Oracle weitet sein laufendes Restrukturierungsprogramm erheblich aus: Der US-Softwarekonzern stellt zusätzliche 500 Millionen US-Dollar für Stellenabbau und Abfindungen bereit. Damit steigen die Gesamtkosten des Programms im aktuellen Geschäftsjahr, das am 31. Mai endet, auf 2,1 Milliarden Dollar – ein deutlicher Sprung gegenüber den 1,6 Milliarden Dollar, die Oracle noch im Dezember prognostiziert hatte.
Das geht aus einem Bericht hervor, den Oracle am Mittwoch bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) eingereicht hat. Die zusätzlichen Mittel decken Abfindungen sowie weitere Austrittskosten für ausscheidende Mitarbeiter ab. Das Tempo des Stellenabbaus beschleunigt sich damit spürbar.
Der Hintergrund: Künstliche Intelligenz ermöglicht es Oracle, Aufgaben zu automatisieren, die bislang von menschlichen Mitarbeitern erledigt wurden. Der Konzern erklärte zeitgleich mit seinen Quartalsergebnissen für das dritte Quartal, dass leistungsfähigere KI-Modelle den Abbau von Stellen in den Softwareteams ermöglichen würden.
Restrukturierungskosten bereits um 337 Prozent gestiegen
Die Dimension des Programms verdeutlicht ein weiterer Blick auf die Zahlen: In den neun Monaten bis Ende Februar 2025 stiegen Oracles Restrukturierungsausgaben im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um 337 Prozent. Das zeigt, wie aggressiv der Konzern den Umbau seiner Belegschaft vorantreibt.
Oracle gehört zu den größten Softwareunternehmen der Welt und betreibt unter anderem umfangreiche Cloud-Computing-Dienste. Für deutsche Anleger ist der Konzern als Anbieter von Unternehmens-Software und Datenbankservern bekannt. Die Aktie notiert an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel ORCL.
Der massive Stellenabbau bei Oracle reiht sich in einen breiteren Trend im Technologiesektor ein: Zahlreiche US-Konzerne nutzen den Aufschwung der generativen KI, um Personalkosten zu senken und Prozesse zu automatisieren. Für Investoren stellt sich die Frage, ob die kurzfristigen Restrukturierungskosten durch langfristige Effizienzgewinne mehr als ausgeglichen werden.
