ByteDance nutzt Nvidias Blackwell-Chips außerhalb Chinas für KI
Der TikTok-Konzern baut Cloud-Infrastruktur mit hochentwickelten Nvidia-Prozessoren in Malaysia auf.

ByteDance, der chinesische Mutterkonzern von TikTok, umgeht US-Exportbeschränkungen mit einer ungewöhnlichen Strategie. Laut einem Bericht des Wall Street Journal baut das Unternehmen eine Cloud-Infrastruktur mit Nvidias High-End-Blackwell-Chips außerhalb Chinas auf – konkret in Malaysia.
Dafür kooperiert ByteDance mit dem südostasiatischen Unternehmen Aolani Cloud. Gemeinsam sollen mindestens 500 Blackwell-Server in Malaysia eingesetzt werden, was insgesamt rund 36.000 Nvidia-B200-Chips entspricht. Aolani bezieht die Server wiederum von Aivres, einem Unternehmen, das die Prozessoren unter Verwendung von Nvidia-Chips montiert.
Exportverbote als Treiber für Auslandsrechenzentren
Den USA ist es Nvidia untersagt, seine fortschrittlichsten KI-Chips direkt nach China zu verkaufen. Diese Handelsbeschränkungen zwingen chinesische Technologiekonzerne zu Umwegen. ByteDance ist dabei nicht allein: Mehrere chinesische Unternehmen errichten gezielt Rechenzentren in Drittländern, um Zugang zu westlicher Chip-Technologie zu erhalten.
Berichte vom Jahresbeginn zeigten bereits, dass ByteDance Nvidia-B200-Chips auch in einem Rechenzentrum in Indonesien einsetzt. Die Strategie folgt einem klaren Muster: Kapazitäten in regulatorisch zugänglichen Märkten Südostasiens aufbauen.
ByteD ance treibt seinen globalen KI-Ausbau mit Nachdruck voran. Das Unternehmen hat zuletzt mehrere KI-Anwendungen sowohl in China als auch international veröffentlicht. Besonders das KI-Videogenerierungsmodell Seedance sorgte kürzlich für Aufmerksamkeit in der Branche.
Für Nvidia-Aktionäre ist die Meldung zweischneidig. Einerseits verdeutlicht sie die anhaltend starke Nachfrage nach Blackwell-Chips. Andererseits rückt sie die geopolitischen Risiken rund um Nvidias Geschäftsmodell erneut in den Fokus – ein Thema, das die Aktie (Nasdaq: NVDA) regelmäßig bewegt.
