Optimismus bei alternativen Anlagen wächst spürbar
Geopolitische Spannungen und Liquiditätsprobleme bleiben dennoch große Herausforderungen

Eine Umfrage von Goldman Sachs Asset Management zeigt, dass die Stimmung unter Investoren im Bereich der alternativen Anlagen zunehmend optimistischer wird. Alternative Anlagen umfassen unter anderem Private Equity, Private Credit, Immobilien und Infrastruktur, die nicht an der Börse notiert sind. Der Bericht, der exklusiv dem Handelsblatt vorliegt, hebt hervor, dass die Erholung nach der Covid-19-Pandemie anhält und die Aussichten für die kommenden Jahre positiv sind. Künstliche Intelligenz wird dabei als bedeutender Wachstumsfaktor betrachtet.
Die Umfrage zeigt jedoch, dass geopolitische Spannungen von 61 Prozent der Befragten als größte Gefahr für den Markt gesehen werden. Im Vergleich dazu nennen 40 Prozent der Investoren die hohen Bewertungen als Hauptsorge, während 35 Prozent eine Rezession fürchten. Ein zentrales Problem im Markt für Beteiligungsverkäufe ist derzeit die Diskrepanz zwischen den Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern, was die sogenannten „Exits“ erschwert. Viele Private-Equity-Fonds sehen sich daher mit Liquiditätssorgen konfrontiert, da sie ihre Anteile nicht wie geplant verkaufen können.
Eine Lösung besteht darin, Ausschüttungen an Investoren durch Kredite zu finanzieren, die später durch Verkaufserlöse getilgt werden. Dies birgt jedoch Risiken und unterstreicht die Schwierigkeiten, mit denen der Markt derzeit konfrontiert ist. Alternative Anlagen sind insbesondere für Langfristanleger interessant, da das Kapital über einen längeren Zeitraum gebunden ist. Im Gegenzug erwarten Investoren eine Liquiditätsprämie, also eine höhere Rendite als bei börsennotierten Investments.
Auch Privatanleger haben seit 2015 über spezielle Fonds Zugang zu alternativen Märkten. Diese Fonds greifen aktiv in das operative Geschäft ein, um die Erträge zu steigern. Dabei setzen 63 Prozent der Befragten auf organisches Wachstum, 52 Prozent auf neue Absatzkanäle und 45 Prozent auf Fusionen. Technologie und neue Produkte spielen ebenfalls eine Rolle.
Eine frühere Studie von KKR prognostiziert, dass das Volumen der alternativen Märkte weltweit bis 2028 auf 24 Billionen Dollar ansteigen wird, unter anderem aufgrund des hohen Finanzierungsbedarfs in der Infrastruktur. Dies wird durch staatliche Haushaltsengpässe verstärkt, was die Nachfrage nach privatem Kapital erhöht. Europa hat im ersten Halbjahr 2024 einen Rekordzufluss von 118 Milliarden Dollar im Bereich Private Equity verzeichnet.
