OpenAI sichert sich 4 Milliarden Dollar für KI-Joint-Venture
19 Investoren beteiligen sich an „The Deployment Company" – das neue Unternehmen wird mit 10 Milliarden Dollar bewertet.

OpenAI hat mehr als 4 Milliarden Dollar an Kapital für ein neues Joint Venture eingesammelt. Das Vorhaben trägt den Namen „The Deployment Company" und soll die Einführung von KI-Software in Unternehmen beschleunigen. Dies berichtet Bloomberg unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person.
An der Initiative beteiligen sich insgesamt 19 Investoren. Zu den prominentesten Geldgebern zählen TPG Inc., Brookfield Asset Management, Advent, Bain Capital Specialty Finance, die SoftBank Group sowie die Dragoneer Investment Group. Die Transaktion bewertet das neue Unternehmen mit 10 Milliarden Dollar – noch ohne die frisch eingesammelten Mittel einzurechnen.
OpenAI wird die Mehrheitsbeteiligung sowie die operative Kontrolle über das Joint Venture behalten. Damit sichert sich das Unternehmen hinter dem bekannten KI-Modell ChatGPT die strategische Führungsrolle, während externe Kapitalgeber den Wachstumskurs mitfinanzieren.
Wettrennen mit Anthropic um Unternehmenskunden
Der Schritt kommt nicht im Vakuum: Fast zeitgleich berichtete die Financial Times, dass OpenAIs Konkurrent Anthropic seinerseits 1,5 Milliarden Dollar für ein eigenes Joint Venture gesichert hat. Dieses Konsortium wird von Blackstone, Goldman Sachs und Hellman & Friedman angeführt, die KI in ihren globalen Investmentportfolios einsetzen wollen.
Laut Financial Times steuern die drei führenden Unternehmen jeweils eine anfängliche Investition von 300 Millionen Dollar bei. Goldman Sachs und General Atlantic sollen darüber hinaus jeweils 150 Millionen Dollar beisteuern. Das Anthropic-Projekt hat noch keinen offiziellen Namen und wurde bislang nicht offiziell angekündigt.
Sowohl OpenAI als auch Anthropic befinden sich damit in einem intensiven Wettrennen um den Ausbau ihrer kommerziellen Präsenz. Beide Unternehmen steuern auf mögliche Börsengänge zu, die bereits in diesem Jahr stattfinden könnten. Die jeweiligen Joint Ventures dienen dabei als strategische Instrumente, um neue Märkte zu erschließen und den Unternehmenswert ihrer Technologien unter Beweis zu stellen.
Bedeutung für den KI-Markt
Für deutsche Privatanleger ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen sind börsennotierte Unternehmen wie TPG (Nasdaq: TPG), Brookfield Asset Management (NYSE: BAM) und Bain Capital Specialty Finance (NYSE: BCSF) direkt an der OpenAI-Initiative beteiligt. Zum anderen zeigt das Engagement von Schwergewichten wie Goldman Sachs (NYSE: GS) und Blackstone (NYSE: BX) auf der Anthropic-Seite, wie ernst die Wall Street das Thema KI-Kommerzialisierung nimmt.
Die milliardenschweren Joint Ventures signalisieren, dass die führenden KI-Unternehmen ihre Technologien zunehmend in die Breite tragen wollen – weg vom reinen Forschungsumfeld, hin zu konkreten Unternehmensanwendungen. Für Investoren, die Software- und KI-Aktien im Blick haben, könnten diese Entwicklungen ein wichtiger Indikator für die nächste Wachstumsphase der Branche sein.
