OpenAI kurz vor 100-Milliarden-Finanzierungsrunde mit Nvidia-Beteiligung
Der ChatGPT-Entwickler strebt eine Bewertung von über 850 Milliarden Dollar an – Nvidia investiert 30 Milliarden.

OpenAI steht kurz vor dem Abschluss der ersten Phase einer historischen Finanzierungsrunde über mehr als 100 Milliarden Dollar. Laut Bloomberg würde dies das Unternehmen mit über 850 Milliarden Dollar bewerten – ein deutlicher Sprung gegenüber der bisherigen Vorab-Bewertung von rund 730 Milliarden Dollar. Das frische Kapital soll OpenAIs ambitionierte Pläne finanzieren, in den nächsten zehn Jahren Billionen Dollar in den Aufbau einer KI-Infrastruktur zu investieren.
Das Unternehmen hinter ChatGPT kämpft trotz stark steigender Umsatzprognosen weiterhin mit roten Zahlen. Analysten erwarten, dass OpenAI bis mindestens 2029 unrentabel bleiben wird. Dennoch plant das Unternehmen bereits einen Börsengang (IPO) für Ende 2026.
Nvidia investiert 30 Milliarden Dollar
Besonders im Fokus steht die Beteiligung von Nvidia an der Finanzierungsrunde. Laut Financial Times steht der Chip-Gigant kurz vor einer Investition von 30 Milliarden Dollar in OpenAI. Diese Summe liegt deutlich unter dem ursprünglich für 2025 angekündigten langfristigen Engagement von 100 Milliarden Dollar und hatte zuvor für Verunsicherung an den Märkten gesorgt. Die Verhandlungen sollen sich in einem finalen Stadium befinden und könnten noch dieses Wochenende abgeschlossen werden.
Ein bemerkenswertes Detail: OpenAI plant, einen Großteil des neuen Kapitals direkt wieder in Nvidia-Hardware zu reinvestieren. Kritiker sprechen bereits von einer Kreislauffinanzierung und warnen vor einer möglichen KI-Sektorblase. Sowohl Nvidia-CEO Jensen Huang als auch OpenAI-Chef Sam Altman bemühten sich, Berichte über Spannungen zwischen den beiden Unternehmen herunterzuspielen.
Neben Nvidia befinden sich weitere Schwergewichte im Gespräch über eine Beteiligung an der Finanzierungsrunde. Dazu zählen SoftBank, Amazon, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft sowie MGX, der staatlich unterstützte Technologieinvestitionsfonds Abu Dhabis. Microsoft ist bereits als früherer Investor bei OpenAI bekannt.
Technologiesektor bleibt nervös – Fed-Protokoll im Fokus
An den US-Börsen zeigte sich der Markt weiterhin fragil. Die Futures für S&P 500, Nasdaq 100 und Dow Jones gaben am Dienstagabend jeweils leicht nach. Am Dienstag selbst schloss der S&P 500 knapp im Plus bei 6.843 Punkten, der Nasdaq Composite legte minimal auf 22.578 Punkte zu.
Schwergewichte wie Microsoft, Tesla, Alphabet und Oracle setzten ihre Verluste der Vorwoche jedoch fort. Gegen den Trend legten Nvidia und Meta Platforms im nachbörslichen Handel jeweils rund 0,6 Prozent zu – gestützt durch eine neu angekündigte mehrjährige Partnerschaft, bei der Nvidia Millionen von Chips an Meta liefern wird. AMD-Aktien gerieten nach dieser Ankündigung unter Druck und verloren zeitweise bis zu 4 Prozent.
Der Markt richtet seinen Blick nun auf das Protokoll der US-Notenbank Fed aus der Januar-Sitzung, das am Mittwochnachmittag veröffentlicht wird. Investoren erhoffen sich Klarheit über den künftigen Zinspfad der Fed, nachdem diese die Zinsen im Januar unverändert gelassen hatte. Zudem stehen der Industrieproduktionsindex für Januar am Mittwoch sowie der PCE-Preisindex – das bevorzugte Inflationsmaß der Fed – für Dezember am Freitag auf dem Programm.
