Open Standard startet Dollar-Stablecoin OUSD mit Visa, Stripe und Mastercard
Das Open-Standard-Konsortium bringt den Dollar-Stablecoin Open USD auf den Markt, gestützt von Visa, Stripe, Mastercard und Coinbase.

Ein Konsortium etablierter Zahlungsgiganten hat offiziell einen neuen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoin auf den Markt gebracht. Der als Open USD (OUSD) bezeichnete Token entstand durch die Initiative "Open Standard" und wird von Unternehmen wie Visa Inc. (NYSE:V), Stripe Inc. und Mastercard Inc. (NYSE:MA) unterstützt. Der Schritt markiert einen der bislang am stärksten koordinierten Vorstöße der traditionellen Finanzwelt in die Infrastruktur digitaler Währungen.
Der Token steht ab sofort Unternehmensentwicklern und Unternehmen zur Verfügung, die internet-native Finanzdienstleistungen in den Bereichen Banking, Abrechnung und grenzüberschreitende Transaktionen aufbauen möchten. Damit richtet sich OUSD ausdrücklich an die geschäftliche Nutzung und nicht an private Spekulanten. Im Mittelpunkt stehen die Abwicklung von Zahlungen und die Verrechnung von Wertströmen über das Internet.
Hinter dem Vorhaben steht ein breites Bündnis. Die initiale Bereitstellung wird maßgeblich von Visa, Stripe, Coinbase Global Inc. sowie BVNK getragen, das sich im Besitz von Mastercard befindet. Auch Shopify Inc. gehört der Gruppe an und hat sich verpflichtet, rund eine Milliarde US-Dollar des gesamten Token-Angebots zu prägen, um sofortige Liquidität zu gewährleisten.
Die Details
Emittiert wird OUSD direkt von Bridge, einer Tochtergesellschaft von Stripe. Gedeckt ist der Token durch Dollar-Reserven, die über BlackRock, Lead Bank und BNY verwaltet werden. Für die Transparenz gegenüber dem Markt sind monatliche Bestätigungen der Reserven vorgesehen, die öffentlich veröffentlicht werden sollen.
Technisch wird der Token nativ auf mehreren wichtigen Blockchain-Netzwerken betrieben: Ethereum, Solana, Base und Tempo. Gehandelt wird OUSD zunächst über Börsen wie Uniswap, Kraken und Coinbase. Diese Aufstellung soll sicherstellen, dass der Token in unterschiedlichen Ökosystemen einsetzbar ist und nicht an eine einzelne Infrastruktur gebunden bleibt.
Das Rollout unterstreicht, wie etablierte Zahlungsnetze zunehmend darauf abzielen, Stablecoin-Technologie zu integrieren. Im Vordergrund steht das Ziel, die Einschränkungen veralteter Clearing-Prozesse zu umgehen und günstigere, schnellere sowie programmierbarere Abrechnungswege zu nutzen. Die Dynamik im Sektor hat durch ein günstiges regulatorisches Umfeld in den USA weiter an Fahrt gewonnen, wo bundesweite politische Entscheidungsträger aktiv Rahmenwerke zur Förderung dollarbasierter digitaler Assets auf internationaler Ebene untersuchen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 30.06.2026 berichtete aktien.news, dass die Aktie von Circle Internet (CRCL) am Montag im frühen Handel 8,2 Prozent verlor und auf rund 69,74 US-Dollar fiel. Auslöser war ein Bloomberg-Bericht über die Gründung eines mächtigen neuen Stablecoin-Konsortiums namens Open Standard, dem mehr als 100 Partner angehörten – darunter Schwergewichte wie Visa, Stripe, BlackRock, die Bank of New York Mellon, Klarna, <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet und Coinbase Global. Das Ziel des Konsortiums war die Emission eines eigenen, an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins namens Open USD. Alle Partner planten, den neuen Token in ihre Systeme zu integrieren, sobald dieser im weiteren Jahresverlauf live geht. Als Interims-CEO von Open Standard sollte Zach Abrams fungieren.
Am 16.07.2026 berichtete aktien.news, dass Coinbase am 30. Juni eine bedeutende strategische Entscheidung traf und sich einer Koalition aus mehr als 140 Finanz-, Technologie- und Einzelhandelsunternehmen anschloss, um den neuen Stablecoin Open USD (OUSD) zu unterstützen. Der Schritt überraschte viele Marktbeobachter, da Coinbase bislang als Gründungspartner des Stablecoins USDC von Circle galt und weiterhin alle Zinseinkünfte aus USDC auf der eigenen Börse behält. Der Hintergrund war jedoch klar: Die entscheidende Partnerschaft zur Umsatzbeteiligung mit Circle lief am 18. August aus, weshalb Coinbase seine Abhängigkeit von einem einzigen Stablecoin-Anbieter reduzieren wollte.
Am 25.07.2026 berichtete aktien.news über einen weiteren Vorstoß aus dem Umfeld von Stripe. Demnach unterbreitete Stripe am 15. Juli ein Übernahmeangebot für PayPal in Höhe von 53 Milliarden US-Dollar. PayPal nahm das Angebot bis zum 22. Juli nicht an – der Vorstand entschied am 20. Juli, auf einen höheren Preis zu warten. Ein solcher Zusammenschluss würde die Wettbewerbslandschaft im Kryptosektor nach Einschätzung des Berichts über Nacht verändern, insbesondere für Stablecoins, XRP und Solana.
Erst am 18.09.2026 meldete aktien.news, dass Visa verstärkt auf Stablecoins setzt und eine neue Plattform vorgestellt hat, die Banken ein fertiges Toolkit zur Verfügung stellt. Dieses ermöglicht das Prägen, Halten und Überweisen digitaler US-Dollar. Die Plattform ist so konzipiert, dass Händler automatisch lokale Währungen erhalten. Damit ordnet sich der jetzige OUSD-Start in eine längere Reihe von Stablecoin-Initiativen der beteiligten Konzerne ein.
Was das für Anleger bedeutet
Trotz der starken institutionellen Unterstützung tritt Open Standard in einen stark konzentrierten Markt ein, der derzeit von Tethers USDT und Circle's USDC dominiert wird. Diese beiden Token vereinen den Großteil der globalen Stablecoin-Liquidität auf sich. Frühere Versuche etablierter Zahlungsanbieter, einen bedeutenden Marktanteil zu erobern, stießen auf eine begrenzte initiale Akzeptanz.
Dieses Vorbild will OUSD durch eine Partner-Belohnungsstruktur kontern, die Plattformökonomie und Eigenkapitalanteile mit den teilnehmenden Institutionen teilt. Für deutsche Privatanleger ist dabei relevant, dass der Token in erster Linie als Infrastruktur für Unternehmen positioniert ist und nicht als klassisches Anlageprodukt. Eine unmittelbare Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Wer den Sektor verfolgt, sollte weniger auf kurzfristige Bewegungen als auf die tatsächliche Integration bei den beteiligten Partnern achten.
Ausblick
Der Token ist ab sofort für Unternehmensentwickler und Unternehmen verfügbar. Die monatlichen Bestätigungen der Reserven sollen öffentlich veröffentlicht werden. Wie sich die Akzeptanz im Markt entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie stark die beteiligten Institutionen OUSD in ihre eigenen Systeme einbinden. Konkrete weitere Termine oder einen Zeitplan über die genannten Punkte hinaus nennt der Quelltext nicht.
Kurz erklärt
- Stablecoin: eine digitale Währung, deren Wert an eine klassische Währung wie den US-Dollar gekoppelt ist.
- Attestierung: eine Bestätigung, dass die hinterlegten Reserven den ausgegebenen Token entsprechen.
- Clearing: die Abwicklung und Verrechnung von Zahlungen zwischen Finanzinstituten.
