ANZEIGE

Opel beschleunigt Personalabbau mit neuen Abfindungen

Konzern streicht Wasserstoffprogramm und verlängert Kündigungsschutz bis 2029

2 Min
Opel beschleunigt Personalabbau mit neuen Abfindungen

Opel will seinen Personalabbau beschleunigen und hat dafür die Konditionen für freiwillige Austritte deutlich verbessert. Wie aus einem internen Schreiben an die Mitarbeiter hervorgeht, wird die maximale Abfindungssumme um sechs individuelle Bruttomonatsgehälter erhöht. Ziel sei es, den Ausstieg für interessierte Mitarbeiter attraktiver zu gestalten. Diese Maßnahme betrifft die Standorte Rüsselsheim, Kaiserslautern, Dudenhofen und Eisenach.

Das freiwillige Abfindungsprogramm besteht bereits seit dem Jahr 2021. Damals wurde ein Abbau von insgesamt 4100 Stellen beschlossen, der jedoch bislang nicht vollständig umgesetzt wurde. In der Vergangenheit wurden die Konditionen des Programms bereits mehrfach zeitlich befristet verbessert. Die aktuelle Teilnahmefrist endet Ende September. Im Gegenzug für den beschleunigten Abbau verlängert sich der Kündigungsschutz – gemäß bestehender Vereinbarungen mit dem Betriebsrat – auf längstens bis zum 31. Juli 2029.

Im gesamten Stellantis-Konzern, zu dem Opel gehört, waren Ende 2024 in Deutschland noch rund 11.500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Konzern selbst befindet sich derzeit in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Nach internen Hochrechnungen belief sich der Verlust im ersten Halbjahr 2025 auf rund 2,3 Milliarden Euro. Gründe dafür sind unter anderem neue US-Zölle sowie ungünstige Wechselkurse. Der Umsatz sank um 12,6 Prozent auf 74,3 Milliarden Euro, die Verkaufszahlen gingen um sechs Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurück.

Zusätzlich stellt Stellantis sein Entwicklungsprogramm für Wasserstoff-Brennstoffzellentechnologie ein. Als Begründung nennt der Konzern eine fehlende Infrastruktur für Wasserstofftankstellen, hohe Investitionsanforderungen und unzureichende Anreize für Verbraucher. Man gehe derzeit nicht davon aus, dass sich Wasserstofffahrzeuge vor Ende des Jahrzehnts am Markt durchsetzen können. Die frei werdenden Ressourcen sollen künftig in Projekte zur Elektrifizierung fließen.

Von dieser Entscheidung betroffen sind auch Entwickler am Opel-Standort Rüsselsheim. Der Betriebsrat kritisierte die Unternehmensleitung scharf und warf ihr vor, ohne rechtzeitige Einbindung der Arbeitnehmervertretung gehandelt zu haben. Es habe weder eine Vorabinformation noch Verhandlungen über einen Teil-Interessenausgleich gegeben. In einem Schreiben an die Mitarbeiter bezeichnete der Betriebsrat das Vorgehen als einseitig und forderte den Arbeitgeber auf, die vorgeschriebenen Verhandlungen aufzunehmen. Zudem wurde eine außerordentliche Sitzung der Einigungsstelle einberufen, um Klarheit über die weiteren Schritte und die Auswirkungen auf die betroffenen Bereiche – insbesondere im Bereich der Wasserstofftechnologie – zu schaffen.

Opel StellenabbauAutoindustrie

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer