Online-Banking erreicht neuen Rekord in Deutschland
Jüngere nutzen es deutlich häufiger, neue EU-Regel soll mehr Sicherheit bringen

Mehr als zwei Drittel der Deutschen greifen inzwischen auf Online-Banking zurück. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten im vergangenen Jahr 67 Prozent der 16- bis 74-Jährigen Computer oder Smartphone, um ihr Bankkonto zu verwalten. Damit wurde ein neuer Rekordwert erreicht. Zehn Jahre zuvor lag die Quote noch bei 49 Prozent. Deutschland bewegt sich mit diesem Wert im europäischen Mittelfeld. Während in Ländern wie Dänemark und den Niederlanden nahezu die gesamte Bevölkerung ihre Bankgeschäfte digital erledigt, liegen Rumänien und Bulgarien mit Quoten von unter einem Drittel deutlich darunter.
Auffällig sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Vor allem jüngere Menschen greifen regelmäßig auf digitale Angebote ihrer Banken zurück. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen nutzten im Jahr 2024 rund 82 Prozent Online-Banking, was den höchsten Wert im Vergleich darstellt. Deutlich geringer fällt die Quote bei den 65- bis 74-Jährigen aus. Dort loggten sich nur 44 Prozent auf diesem Weg in ihr Konto ein, was nicht einmal der Hälfte der jüngeren Nutzer entspricht.
Die zunehmende Beliebtheit des Online-Bankings wirft auch Fragen nach der Sicherheit auf. Betrugsfälle im digitalen Zahlungsverkehr sind nach wie vor ein Thema. Statistiken zeigen, dass Banken in bis zu 80 Prozent solcher Fälle keine Entschädigung leisten. Um das Risiko für Verbraucher zu senken, wird auf europäischer Ebene eine neue Regelung eingeführt. Ziel ist es, Fehler und betrügerische Transaktionen besser zu verhindern, insbesondere bei Überweisungen.
Künftig müssen Banken vor der Freigabe einer Transaktion überprüfen, ob der Name des Empfängers mit der angegebenen IBAN übereinstimmt. Kunden erhalten innerhalb weniger Sekunden eine Rückmeldung, ob die Angaben zusammenpassen. Liegt eine Abweichung vor, können sie selbst entscheiden, ob die Überweisung trotzdem ausgeführt werden soll. Diese Vorgabe soll die Zahl von Fehlüberweisungen und betrügerischen Zahlungen deutlich verringern.
Die neue Regelung tritt am 9. Oktober in Kraft und gilt EU-weit. Damit wird ein weiterer Schritt unternommen, um den digitalen Zahlungsverkehr sicherer zu machen. Angesichts des wachsenden Anteils von Bankgeschäften, die online erledigt werden, betrifft die Maßnahme einen großen Teil der Bevölkerung. Besonders für die Generationen, die Online-Banking alltäglich nutzen, dürfte die Neuerung im Zahlungsablauf spürbar werden.
