Olivenöl in Spanien - Vom Küchenklassiker zum Luxusgut
Wie Trockenheit, Export und Verbraucherverhalten den Preis des "flüssigen Goldes" beeinflussen

Olivenöl, das Herzstück der spanischen Küche, wird immer mehr zum Luxusartikel. Die Preise für eine Literflasche haben die Zehn-Euro-Marke erreicht, und die Verbraucher sind besorgt. Doch was steckt hinter diesem drastischen Preisanstieg?
Die Verbraucher in Spanien spüren den Preisanstieg deutlich. Viele haben ihren Konsum von Olivenöl reduziert und weichen auf andere Öle wie Sonnenblumenöl aus. Der Speiseölverband ANIERAC meldet für das erste Halbjahr einen deutlichen Rückgang im Konsum von raffiniertem Olivenöl, das vor allem zum Kochen und Braten verwendet wird. Erstmals wird mehr Sonnenblumenöl als Olivenöl nachgefragt, was als kleine Revolution in der spanischen Küche gilt.
Teresa Pérez, eine Branchenvertreterin, macht wenig Hoffnung auf eine baldige Preissenkung. Sie führt den Preisanstieg auf die anhaltende Trockenheit und die damit verbundene geringere Ernte zurück. Nur etwa ein Viertel der Olivenhaine in Spanien wird bewässert; der Rest ist auf natürlichen Regen angewiesen. Die Vorräte sind aufgebraucht, und die nächste Ernte wird die Situation kaum verbessern. Zudem exportiert Spanien fast 70 Prozent seiner Oliven, was den Preis weiter in die Höhe treibt.
Die spanische Regierung hat versucht, den Preisanstieg durch Steuersenkungen zu mildern. Für ausgewählte Produkte, einschließlich Olivenöl, wird derzeit nur eine Mehrwertsteuer von fünf Prozent erhoben. Enrique García von der spanischen Verbraucherschutzorganisation OCU vermutet jedoch, dass auch Spekulationen eine Rolle spielen könnten. Er fordert die Regierung auf, die Situation genauer zu untersuchen.
In der Zwischenzeit versuchen die Verbraucher, sich selbst zu helfen. Einige verwenden Öl-Sprays, um den Verbrauch zu reduzieren, während andere sich zusammenschließen, um größere Mengen zu günstigeren Preisen zu kaufen. So oder so, die Spanier sind gezwungen, ihre Kochgewohnheiten anzupassen.
