Office People: Personaldienstleister mit 7000 Mitarbeitern vor Verkauf
Nach Führungskrise und Abrechnungsskandal steht beim Münsteraner Personaldienstleister Office People nun ein Eigentümerwechsel bevor.

Beim Personaldienstleister Office People überschlagen sich die Ereignisse. Zunächst wurde der langjährige Geschäftsführer abberufen, kurz darauf musste das Unternehmen aus Münster seine Geschäftspartner über mögliche Manipulationen bei einzelnen Abrechnungen informieren. Jetzt folgt die nächste dramatische Wendung in diesem Unternehmenskapitel.
Die Übernahme des Personaldienstleisters wurde offiziell angemeldet. Die Gruppe, die insgesamt rund 7.000 Mitarbeiter beschäftigt, soll den Besitzer wechseln. Damit steht Office People vor einem grundlegenden Neustart – sowohl strukturell als auch personell.
Krise als Verkaufstreiber
Die jüngsten Turbulenzen dürften den Verkaufsprozess erheblich beschleunigt haben. Manipulierte Abrechnungen sind im Personaldienstleistungsgeschäft ein gravierendes Problem, da Vertrauen gegenüber Kundenunternehmen die zentrale Geschäftsgrundlage bildet. Für Privatanleger, die den Sektor der Zeitarbeit und Personalvermittlung beobachten, verdeutlicht der Fall, wie schnell operative Skandale Eigentümerstrukturen ins Wanken bringen können.
Der Markt für Personaldienstleistungen in Deutschland steht ohnehin unter Druck. Großkonzerne wie Adecco, Randstad oder Manpower Group kämpfen mit rückläufiger Nachfrage nach Zeitarbeitskräften infolge der wirtschaftlichen Abkühlung. In diesem Umfeld kann ein Eigentümerwechsel bei Office People sowohl Risiken als auch Chancen für eine Neuausrichtung des Unternehmens bedeuten.
