Novartis kauft Excellergy: Zweiter Milliarden-Deal in einer Woche
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis übernimmt das US-Biotech-Unternehmen Excellergy für bis zu 2 Milliarden Dollar.

Novartis setzt seine aggressive Akquisitionsstrategie fort: Der Schweizer Pharmariese plant die Übernahme des US-amerikanischen Biotech-Unternehmens Excellergy für bis zu 2 Milliarden US-Dollar. Im Mittelpunkt des Deals steht der frühe Medikamentenkandidat Exl-111 – eine Allergiebehandlung der nächsten Generation, die nach Unternehmensangaben potenziell schneller und wirksamer als bestehende Marktprodukte sein könnte.
Die Transaktion ergänzt das bestehende Allergie-Portfolio von Novartis und ist als sogenannter Bolt-on-Deal konzipiert – eine gezielte Ergänzungsakquisition. Novartis zahlt dabei eine Vorabsumme sowie erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen. Der Hauptkandidat Exl-111 befindet sich allerdings noch in einer frühen Entwicklungsphase und ist nach aktuellem Stand mehrere Jahre von einer Markteinführung entfernt.
Zweiter Milliarden-Dollar-Deal binnen einer Woche
Die Ankündigung kommt nur sieben Tage nach einem weiteren Großdeal: Erst vergangene Woche gab Novartis bekannt, Pikavation Therapeutics – eine Tochter von Synnovation – für bis zu 3 Milliarden Dollar zu übernehmen. Mit dieser Transaktion sicherte sich der Konzern die Rechte an einem experimentellen Brustkrebsmedikament.
Bereits im Februar hatte Novartis die Übernahme von Avidity Biosciences abgeschlossen. Durch diesen Deal erweiterte das Unternehmen seine neuromuskuläre Pipeline um drei Programme in der Spätphase der klinischen Entwicklung, mit dem Potenzial für mehrere Produkteinführungen noch vor 2030.
Strategie gegen drohende Patentabläufe
Die Übernahmeserie folgt einer klaren strategischen Logik: Novartis steht wie viele große Pharmakonzerne vor dem Problem auslaufender Patente auf wichtige Umsatzträger. Mit gezielten Zukäufen versucht das Unternehmen, seine Pipeline frühzeitig zu stärken und künftige Umsatzlücken zu schließen.
Für deutsche Anleger ist Novartis als eine der wichtigsten europäischen Pharmaktien relevant. Der Konzern ist an der Schweizer Börse SIX sowie als American Depositary Receipt (ADR) in New York notiert. Die jüngsten Deals signalisieren, dass das Management bereit ist, erhebliche Summen für Wachstum durch externe Innovation einzusetzen.
